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Content Usability: Interview

Was können Texter für die Content Usability tun?

In eigener Sache: Bernd Röthlingshöfer von more brains veröffentlicht ein kleines Interview mit Marcus Völkel über Content Usability: »Vielen Anbietern wird einfach nicht klar, wie wichtig ihre Inhalte sind. Viele Web-Agenturen haben keinen Texter im Haus. Qualitätssicherung wird maximal in den Bereichen Technik und Funktionalität ernstgenommen. Viel zu viele Texte schmieren lediglich den Bossen und Marketingmanagern Honig um den Bart. Dass dieses Blabla austauschbar ist und von den Lesern kaum wahrgenommen wird, ist Alltagswirklichkeit im Web. Dass Informationstransfer, Lesbarkeit, Glaubwürdigkeit und Authentizität Schlüsselfaktoren für den Erfolg im Web sind, will in ganz viele Köpfe einfach nicht rein.«

Wer meine Gedanken und Artikel über Content Usability kennt oder mag, wollte mir vielleicht schon immer mal ein paar Fragen dazu stellen. Bernd Röthlingshöfer hat dies in der aktuellen Ausgabe von more brains getan. Im Interview mit mir fragt er unter anderem, warum Content Usability wichtig ist, was insbesondere Texter dafür tun können und was das alles mit guter Suchmaschinenoptimierung zu tun hat. Wer mich kennt, weiß, dass Content Usability mein Lieblingsthema ist. Über Gedanken und Diskussionen freue ich mich daher sehr!

Marcus Völkel | 15.08.03 | Usability 


 

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Kommentare

Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie besch***en das Design vieler Webseiten ist, deren Erzeuger sich angeblich auf Usability spezialisiert haben. Die "more brain"-Seite kann ich überhaupt erst lesen, wenn ich:
a) deren Stylesheet ausschalte und
b) Tabellen linearisiere.

Ich bin gerade dabei, den Artikel zu überfliegen ... was mich gleich von vornherein abschreckt, ist das Denglisch.
Gute Texte, die vom Leser auch verstanden werden, zeichnen sich meiner Ansicht nach auch dadurch aus, daß sie auch in der Sprache des Lesers geschrieben sind.

Design und Web Usability einer Internetpräsenz können noch so herausragend sein - wenn die Inhalte nicht das sind, wonach der User sucht, wird er nicht wiederkommen.


Ich frage mich wirklich, ob du unter "Design" eigentlich nur "Layout" verstehst. Für mich gehört Informations-Design einfach dazu; und dazu wiederum auch Stil, Ordnung und Inhalte der Texte...

Web-Texter berücksichtigen neben den üblichen stilistischen Anforderungen beispielsweise auch kognitions-psychologische Elemente.


Genau. Wenn mir ein Autor in der (Achtung: Reizwort!) Schriftgröße herumpfuscht oder sich bei 'onfocus' mit seiner Seite in den Vordergrund drängelt (Spiegel-Online z.B. ist da absolut argumentationsresistent), fühle ich mich als Leser verschaukelt und bevormundet. Meine "kognitions-psychologische" Grundhaltung steht auf "Abwehr".
Komisch, daß solch einfache Dinge den meisten Autoren zu hoch sind...

schrieb am 15.08.2003 | 23:27


Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie besch***en das Design vieler Webseiten ist, deren Erzeuger sich angeblich auf Usability spezialisiert haben.
Meinst du more brains oder mich? Das wird mir nicht so ganz klar, weil mb sich mehr als "Magazin für Kreative" positioniert, nicht Usability.
Ich bin gerade dabei, den Artikel zu überfliegen ... was mich gleich von vornherein abschreckt, ist das Denglisch.
Wo findest du denn Denglisch, das nicht deiner Sprache entspricht? Ich versuche, so aufmerksam wie möglich mit der deutschen Sprache umzugehen. Dazu gehört auch, dass ich Begriffsverwirrungen vermeide, wo es möglich ist. Schließlich richte ich mich ja auch an ein bestimmtes Publikum, von dem ich ausgehe, dass es entweder die Begrifflichkeiten kennt oder sich interessiert zueigen macht. (Und hey, ich habe "Lesbarkeit" statt "Readability" gesagt ;-))

Der Bereich Usability spielt sich derzeit ja leider fast ausschließlich im englischsprachigen Raum ab. Die englischen Fachbegriffe können zudem nur unzureichend oder schwammig ins Deutsche übersetzt werden (Logfiles, Cliffhanger, Wording/Naming, Usability etc.). Aber okay, vereinzelte Wörter wie Teaser oder Keywords hätte ich mir wirklich sparen können...

Aber bitte werde niemals müde, mich auf solche Dinge hinzuweisen, am liebsten mit klaren Beispielen. Ich habe mich nämlich nicht "angeblich auf Usability spezialisiert", sondern mein komplettes Umfeld besteht zu einem Großteil meines Lebens daraus. Da wird man teilweise ganz schön blind. Und ich geb's ja zu, man hat mir nicht nur einmal ein verständnisloses "Hä?!" zukommen lassen...
Ich frage mich wirklich, ob du unter "Design" eigentlich nur "Layout" verstehst.
Jein. Der Satz, auf den du dich beziehst, ist sehr unglücklich geraten. Ich meine in diesem Fall speziell die Textinhalte (es geht ja um Texter); im Folgesatz heißt es ja: "Content Usability bezieht sich jedoch nicht nur auf die Texte." Textinhalt hat jedoch in meinen Augen mit Informationsdesign erst in zweiter Linie zu tun.

schrieb am 16.08.2003 | 10:34


Meine Anmerkung zum meist ... unvorteilhaften Design vieler "Usability"-Seiten war eigentlich eher allgemein gemeint. Es fiel mir nur gerade auf, weil ich kurz zuvor noch auf der Hellbusch-Seite war (die _richtig_ nervt).
Was mich am häufigsten stört und auf der "more brain"-Seite geballt auftritt:

Feste Text-Breiten, möglichst in Pixeln und möglichst in irgendwelchen tabellenartigen Layouts (ob nun per CSS oder Markup ist dabei nebensächlich), in denen ich mich bei schmalerem Fenster wundscrollen darf.

Hintergrund: Weiß. Danke, so wichtig sind die Texte nur selten, daß ich mir dafür die Augen ruiniere.

Bauchlandung im Verdana-Problem. [Erklärung wegen Längenbegrenzung des §$%&*-Formulars gestrichen]

Schlechte Typographie, überstrahlte Hintergründe und feste Breiten sind weder "usable" noch "kreativ". Sondern schnöde Designfehler.

> Denglisch

Der erste Absatz enthält allein sechs mal "Usability", was schon nach "Überzeugung durch Wiederholung" schmeckt und nicht gerade zum Weiterlesen anregt. Das anschließende Durcheinander von "Usability", "Content" und "Design" - alles im Nominalstil - hat mich eher verwirrt als erhellt.

Es wird auch nicht klar, was "Content Usability" nun eigentlich sein soll (deine Antwort vermeidet erfolgreich eine exakte Definition; ein guter Interviewer hätte hier nachgehakt) und wodurch sie sich von "Web Usability" (was auch immer das sein soll) unterscheidet. Da bekomme ich als Leser das Gefühl, als solle ich bewußt mit Wortgeklingel draußen gehalten werden. Als wolle schon wieder jemand mit einem neuen Buzzword (sic!;) Geld scheffeln.

Versteh mich nicht falsch: Ich schildere nur meine Eindrücke und will dich nicht "runterputzen" oder deine Arbeit in Frage stellen. Ich sehe auch, daß die Fragen ziemlich banal waren und die redaktionelle Nachbearbeitung eher schlampig.
Aber deine Antworten sind sehr allgemein gehalten, statt ein praktisches Problem zu schildern, daß speziell mit deiner Sicht auf dieses Problem und deinen Werkzeugen gelöst werden kann. Was soll ich da mitnehmen?

Textinhalt hat jedoch in meinen Augen mit Informationsdesign erst in zweiter Linie zu tun.

Das sehe ich anders. Neben reinen Sachaussagen (gibt es das?) zählen Beziehungsaussgen (Wie steht der Autor zu seinen Lesern?) auch zum Textinhalt. Und diese beiden Ebenen in einen sinnvollen Zusammenhang zu bringen - das ist Informations-Design. Solche Beziehungsaussagen werden über den Stil der Sprache und der Präsentation getroffen, über Farben, Bilder, Typographie etc. Deshalb ist eine analytische Trennung von Inhalt und Layout manchmal auch irreführend und versperrt den Blick für wesentliche Faktoren. Aber das führt jetzt zu weit; ich habe jetzt sowieso schon die Form gesprengt...

schrieb am 16.08.2003 | 16:33


Das Wort an dem ich aufgelaufen bin war Stickyness ;-)

schrieb am 16.08.2003 | 16:51


Gerald: Na, das kann ich dir kaum glauben ;-) Stickyness: Die Leser sollen kleben bleiben, wenn es ihnen gefällt. Oder in den Flow hineingesogen werden.

Thomas: Längenbegrenzung nicht aufgehoben, aber stark erweitert ;-)

Trotzdem in aller Kürze:

Zunächst: Herr Röthlingshöfer hat das Interview in Absprache mit mir gekürzt. Ich denke, dass es ganz natürlich und normal und okay ist, wenn ein solches Thema in einem solchen Magazin von mir allgemein behandelt wird.

was "Content Usability" nun eigentlich sein soll
Keine Definition, aber vielleicht macht der Satz es in der Kürze verständlicher: Content Usability bezeichnet die möglichst effektive und effiziente Organisation und Präsentation der Textinhalte. Getrennt wird dabei vom grafischen Design, der visuellen Gestaltung, nicht vom Layout. Die Trennung in der Praxis macht Sinn, solange a) diese grafische Aufbereitung getrennt von Textinhalten erfolgt und b) Budgets auf Kundenseite knapp sind.

"Content Usability" ist kein Buzzword, sondern wurde schon 1996 von Jakob Nielsen erstmals verwendet. Daraufhin entstanden legendäre Alertboxen à la Inverted Pyramids in Cyberspace und How Users Read on the Web. Hierzulande waren es die von mir hochgeschätzte Ursula Schulz (Professorin an der HAW mit den Schwerpunkten Web Usability und Search Engine Usability) und meine Wenigkeit, die diesem Begriff erstmals Aufmerksamkeit entgegenbrachten. Dass ich damit die ersten Plätze in Google belege, muss also noch lange nicht heißen, dass ich mit irgendeiner Klingelkombination Geld scheffeln will ;-)

Aber deine Antworten sind sehr allgemein gehalten, statt ein praktisches Problem zu schildern
Ein praktisches Problem aus meiner Praxis, gerne für dich: Ein sogenannter Old-Economy-Kunde von uns hat eine sehr schöne, sehr teure B2B-Website auf einem noch teureren Enterprise Management System (EMS) gelauncht. Es gab lediglich während des Prototypings einen User-Test. Mit den Logfiles ist man hochzufrieden, man zählt über anderthalb Millionen Page Impressions monatlich. Leiter IT fragt nach dem Trackingsystem, von dem ich ihm erzählt habe. Als man die Klickpfade auswerten möchte, stellt man fest, dass dies kaum möglich ist: Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer beträgt acht Sekunden. Oops. Woran liegt's?

Eine allgemeine heuristische Evaluation sagte (gerafft): Kaputte Content Usability, User fühlt sich nicht angesprochen, Informationsarchitektur verwirrt. Man empfiehlt eine Neukonzeption vor allem der Navigation und eine Reorganisation bestimmter Texte. Leiter IT gab die Neukonzeption frei, hielt eine Überarbeitung der Textteile aber nicht für notwendig. Erst als die erfolgte (Monate später), konnte das Trackingsystem erstmals ordentlich genutzt werden ;-)

Zweites Beispiel: Behörde beauftragt uns mit Usability-Tests. E-Government-Fachverfahren werden von uns untersucht, neu konzipiert und gestaltet, hauptsächlich Formulare und Bestellvorgänge. Hier fiel der Begriff Content Usability kaum, abgesehen von einigen Bezeichnungen und Hilfetexten. Die Arbeit beschränkte sich vielmehr auf gestalterische und technische Probleme (Vorgabe: no Javascript) und die Optimierung der einzelnen Aufgaben und Verfahren. Ich hoffe, das macht das ein wenig klarer.

schrieb am 16.08.2003 | 19:10


> Gerald: Na, das kann ich dir kaum glauben ;-) Stickyness

Ich habe ja nicht behauptet, dass ich nicht wüsste was das heisst, sondern ich bin gewissermaßen beim Lesen ins Stolpern geraten. Das ist historisch bedingt, ich bin schon frueher mehrfach ueber den Begriff gestolpert, welcher m.E. im "normalen" Leben weniger gebräuchlich ist und seine Nutzung deshalb einem das Gefühl vermittelt, dass mit Fremdwörtern Eindruck geschunden werden soll. Zumindest hatte ich ab und zu solch einen Verdacht. Natürlich ist es manchmal einfacher mit einem Fremdwort einen ganzen Sachverhalt zu beschreiben, als mit Gewalt nach einer brauchbaren Übersetzung zu suchen. Aber man muss immer aufpassen das sehr dezent zu tun. Ansonsten droht der Paradigmenbruch ;-)
Stickyness oder Stickiness, die korrekte Schreibweise ist auch noch so ne Sache. Scheint aber beides zu gehen .

schrieb am 16.08.2003 | 21:40


 

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