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UMTSen mit OS X

Mobile Connect 3G UMTS am 15"-Powerbook

Die Diskussion UMTS vs. WLAN entzieht sich ein wenig meinem Verständnis. In meinen Augen und in meinem Verhalten existiert kein »versus«. Wenn ich unterwegs bin, freue ich mich über GSM und GPRS genauso wie über WLAN und UMTS – je nach Standort, Verfügbarkeit und Zweck.

Seit die Vodafone Mobile Connect 3G UMTS-Karte auch mit dem 15"-Powerbook gemeinsam funktioniert (die kleineren haben keinen PC-Card-Slot), benutze ich sie, wann immer »es sein muss«. Also entweder einfach nur zum Mail-Abrufen und -Versenden, im Wiki, Intra- oder Extranet arbeiten. Außerdem ist sie prima geeignet, um den nächsten verfügbaren WLAN-Hotspot ausfindig zu machen; kann ja sein, dass dieser schneller, günstiger, stabiler oder von T-Com ist. WLAN bzw. Airport und UMTS arbeiten zumindest bei mir also prima Hand in Hand.

Installation: Mactypisch einfach: Doppelklick, Admin-Passwort eingeben, fertig. Allerdings muss jetzt das System rebootet werden. Was man unbedingt beachten sollte:

  1. Zuerst die Software installieren.
  2. Erst jetzt die Karte einschieben.
  3. Warten, bis die vordere Statuslampe blau leuchtet.
  4. Jetzt erst das Programm »Mobile Connect« starten.

Eine Minute später ist man erstmals im UMTS-Netz online. Auch für später sind die Punkte 2 bis 4 zwingend in dieser Reihenfolge vorgegeben (siehe unten, Bugs).

Geschwindigkeit: Sicher nicht das, was vollmundig verheißen wurde, aber doch schon »wow« – vor allem, wenn man in den letzten Jahren nur via GSM, GPRS oder HSCSD mobil sein konnte. In Berlin bin ich selbst in geschlossenen Räumen (es gab wohl mal ein UMTS-Verfügbarkeitsproblem innerhalb von Gebäuden) immer mit mindestens 300 bis 320 kbps Downloadgeschwindigkeit unterwegs. Das ist nicht wirklich halb so schnell wie DSL – aber mindestens fünfmal so schnell wie ISDN, siebenmal so schnell wie HSCSD und achtmal so schnell wie GPRS. FTP, WebDAV, Mails abrufen und sogar surfen fühlt sich mobil plötzlich richtig gut an. (Na gut, am Upstream sollte noch gearbeitet werden – »Hochgeschwindigkeits-Mobilfunk« ist das sicher nicht.)

Stabilität und Verfügbarkeit: Vodafone soll angeblich (laut Connect und Eigenwerbung) die beste und stabilste UMTS-Netzabdeckung bieten. Nun denn, die Verbindung steht sehr schnell und wirkt wesentlich stabiler und fast dreimal schneller im Vergleich zum Sony-Ericsson-UMTS-Handy Z1010. Wenn gerade kein UMTS verfügbar ist, switcht die Karte automatisch auf das langsamere GPRS. Langzeittests und ähnliches habe ich natürlich nicht gemacht; in den typischen 30-Minuten-Sessions habe ich allerdings noch nie einen Absturz oder eine Verbindungsunterbrechung erlebt.

Bugs: Mal muss ich den Netzbetreiber manuell auswählen, mal wird er automatisch erkannt. Das eine Mal erkennt die Karte meine PIN, beim nächstenmal wird sie wieder abgefragt (obwohl »PIN automatisch übergeben« aktiviert ist). Das Vodafone-Mobile-Connect-Programm darf erst dann gestartet werden, wenn das Statuslämpchen an der Karte blau blinkt. Aktiviert man es vorher, sieht man nur das Glücksrad (den SAT1-Ball). Manchmal stürzt dann auch das komplette System ab. Das kann übrigens auch passieren, wenn man das System mit vollständig eingesteckter Karte bootet oder aus dem Ruhezustand weckt.

Schade: Den Dashboard-Schnickschnack gibt es leider (noch?) nicht für OS X: SMS-Terminal, (WLAN-)Hotspot-Suche und noch einiges mehr.

Blöd: Am Kartenende befinden sich zwei Lämpchen, eine grün, eine blau. Die blaue Lampe blinkt, wenn man eingebucht ist, und zwar schnell und aufdringlich und immer links im Augenwinkel befindlich. Das nervt!

Ebenfalls blöd: die Preise. Bei UMTS geht's eigentlich noch, da auf der einen Seite zum August die Preise gesenkt worden sind und zum anderen vor kurzem ein neues Tarifpaket von Vodafone eingeführt wurde, mit dem man im zeitbasierten Tarif für knapp 1 Euro pro Stunde im Netz sein kann. Aber: Für GPRS gelten dieselben Preise. Und das ist bei der vorhandenen Langsamkeit einfach zuviel. Außerdem: Die deutschen Netzbetreiber rechnen fast alle im 10-Minuten-Takt ab. Sprich: Sechsmal Mails abgerufen = mindestens eine Stunde wird abgerechnet.

Fazit: Eigentlich ist eine UMTS-Karte ein Must-have für jeden, der öfter mal »außerhalb« arbeitet und bislang des öfteren WLANs nutzt. Denn in Kombination mit Airport hat man das Gefühl, wirklich überall und immer, wenn man es braucht, online gehen zu können (nicht zuletzt, weil mein Powerbook haushoch gegen das 12"-iBook verliert, wenn es um die Empfangsstärke der internen Airport-Antenne geht – was vielleicht mit dem Aluminium-Material, aber auch der Gehäusegröße zusammenhängen könnte). Leider teuer mit grenzwertig unverschämten Tarifen und Abrechnungstakten. Braucht man das wirklich? Ich möchte sie jedenfalls nicht mehr missen.

Marcus Völkel | 21.09.04 | Apple Mac 


 

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Kommentare

Danke, Markus,
dein Kommentar hat meine Entscheidung echt vereinfacht.

schrieb am 21.01.2006 | 17:47


 

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