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Sichere E-Mail-Disclaimer

ARGH! THE DAILY ERROR

Aus der Serie »Wer den Schaden hat...«: Wie jeder andere normale Mensch auch empfange ich eine nicht unbeträchtliche Menge an E-Mails und auch Newslettern, die ich je nach Lust, Laune und momentanem Interesse bestelle oder abbestelle. Neulich (ich wollte es eigentlich längst gebloggt haben) erhielt ich den Mittelstand 2003 Newsletter, den die Potsdamer PR-Agentur wbpr in unregelmäßigen Abständen verschickt.

Das macht man dort zwar ein wenig ungeschickt, aber nicht unengagiert: Um mir zu beweisen, dass ich nicht der einzige Leser bin, sondern dass sich auch noch knapp dreihundert andere Menschen für den Mittelstand 2003 interessieren, hat man all ihre E-Mail-Adressen mit angehängt. Fein, sauber und ordentlich; nicht in Reih' und Glied, sondern untereinander – so richtig copy-and-paste-gerecht. Schön! Meine umgehend versandte E-Mail wurde leider nicht beantwortet. Seitdem erhält meine E-Mail-Adresse allerdings immer wieder Spam von Spammern, die angeblich keine Spammer sind.

Gerade eben bekomme ich wieder Post von wbpr: Juhu, der neue Mittelstand-2003-Newsletter ist wieder da! Reflex: Erst mal nach unten scrollen und nachschauen, ob mittlerweile mehr oder weniger Abonnenten beliefert werden. Nein, man hat aufgepasst. Nun steht dort:

Sinnbefreiter Hinweis für den sicheren E-Mail-Verkehr.

Vertrauliche Informationen in einem Newsletter? Soso. Offenbar sind nach der vorausgehenden Aktion so einige Empfänger vergrault worden. Denn nun lockt der Newsletter mit Treueprämien: »Wir möchten uns für Ihre Interesse bedanken und Ihnen die Möglichkeit geben, Mittelstand 2003 einmal live zu erleben: auf unsere Kosten!« Wie hoch diese Kosten (die Teilnahmegebühr einer Mittelstandsveranstaltung) sein sollen, wird allerdings nicht verraten. Hmm: Funktioniert so PR?

Das ist nur noch zu toppen von einer E-Mail eines digitalwelten.com-Mitarbeiters, die heute an die i-worker-Mailingliste ging:

HINWEIS:

Aus Gründen der Spam-Überwachung auf unserem Server wurde Ihre eMail-Adresse und Ihre IP-Nummer zurueckverfolgt und aufgezeichnet.

Sollte Ihre eMail an uns Spam-Inhalte enthalten haben, wird Ihre eMail-Adresse sowie Ihre IP-Nummer damit automatisch an die deutschen Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet.

Und darunter der ganze sinn- und merkbefreite Unsinn noch einmal auf Englisch. Pruuust! Made my day. Vielen Dank.
Härtegrad: AAAArgh!

The Daily Error ist ein fortlaufend aktualisiertes augenzwinkerndes Sammelsurium an Usability-Problemen, die mir im Web oder sonstwo begegnen. Der Härtegrad des Erlebens wird dabei ganz subjektiv auf einer Argh!-Skala von einem bis sechs A bewertet (wobei sechs A furchtbar mies sind). Ganz besonders freue ich mich über Links mit einer Kurzbeschreibung. Einfach zuschicken!

Marcus Völkel | 15.10.03 | Daily Error 


 

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Kommentare

schon peinlich was sich einige so ausdenken.

ausdenken -> aus denken -> denken aus

das ist es, die schalten das denken aus.

wer dieses posting liest wird verhaftet und nicht unter 25 newsletter zwangseintraegen und 4 tagen einzelhaft bestraft.

schrieb am 16.10.2003 | 0:53


Daß große Teile der Liste auf Cc stehen, das kommt leider immer wieder mal vor. Das zeigt zumindest, daß die deutsche IT beschäftigungsfreundlich ist, wenn soviel offensichtliche Handarbeit im Spiel ist.
Der Rest.. naja... bis auf das Kenntnisnahmeverbot, das ist gut :-)

Die 'Rückverfolgung der Mail-Adresse und der IP' im zweiten Beispiel hat aber dennoch ganz andere Qualitäten.
Dazu kommt auf deren Seite noch das:

"The content MAY NOT BE DOWNLOADED, reproduced, copied, stored, manipulated, projected, used or altered in any way,[..] without the written permission of digitalwelten - new media - and without payment of a fee or arrangement thereof."

Da wird's dann wahrhaftig bizarr.

schrieb am 16.10.2003 | 10:52


Ich will ja nicht meckern, aber lesen die Ihre e-mails immer von unten nach oben? Dieser Disclaimer steht doch ganz unten, oder? Und da steht dann drin "...ist Ihnen eine Kenntnisnahme des Inhalts...ausdruecklich untersagt". Wenn man bei dem Disclaimer angekommen ist hat man doch schon von den Inhalten Kenntnis genommen...

schrieb am 25.10.2003 | 21:23


Hallo Ihr grossen Weisen des Internet-Geschäftes!

Da Ihr ja alles anscheinend noch nie mit Spam-Mails so richtig zugeschüttet worden seid (freue mich ehrlich für Euch) - bei uns waren das zum Schluss ca. 50-60 Spam-Mails pro Tag, könnt Ihr anscheinend wirklich nicht nachvollziehen warum jemand auf eine solche Idee kommt solch einen Disclaimer einzusetzen.

Die fragliche Mail an die iWorkers-List ging wirklich VERSEHENTLICH an die Liste, wofür wir uns im Nachhinein bei allen in der Liste offiziell entschuldigt haben. Unser Admin hatte vergessen, dass die Mail die den Autoresponder gesendet hat eben jene war die bei der iWorker-List eingetragen war... Fehler passieren mal, oder macht Ihr nie welche??? Perfekt, hmm?

Wie auch immer, Tatsache ist, dass eben jener viel belächelte Disclaimer immerhin EINIGE Spammer (natürlich nicht alle) davon abgehalten hat uns weiterhin zu zumüllen. Davon abgesehen wurden die aufgezeichneten IPs und Mailadressen tatsächlich an die entsprechenden Stellen weitergeleitet, damit zumindest einigen dieser Spammer das "Handwerk" gelegt werden kann. Ob das so ist oder nicht kann ich nicht beurteilen.

Ich würde dennoch darum bitten mit solchen Kommentaren ein wenig vorsichtiger (im Sinne von "Eigenlob stinkt") umzugehen. Denn erstens gilt "Nobodys perfect", d.h. Fehler passieren nun mal. Und zweitens: Sätze wie "Und darunter der ganze sinn- und merkbefreite Unsinn noch einmal auf Englisch. Pruuust! Made my day." zeugen doch eher von dem eigentlichen scheinbaren UNWISSEN über diese ganze Problematik als der Schreiberling wohl jemals zugeben würde. Ist halt wieder mal was worüber man sich Lustig machen kann auf Kosten anderer, gell?

Thank you, YOU made MY day, lieber Schreiberling, har, har :-))

Schade eigentlich, ein bissl mehr Verständniss und damit mehr Toleranz in unserer Gesellschaft könnte gut tun. Auch in solchen Dingen!

schrieb am 29.11.2003 | 12:55


Wer wird denn gleich so empfindlich sein - immer nur über sich selbst lachen ist auf die Dauer doch wirklich langweilig...
:-)

schrieb am 01.12.2003 | 12:21


Na ja, das hat wohl mit "empfindlich sein" nicht mehr viel zu tun wenn derart über einen "hergezogen" wird!
Über sich selbst lachen ist ja ok, andere lächerlich machen wollen eher nicht.

Wie gesagt, die Spam-Problematik ja geht alle Inet-User an, da wär ein wenig Verständnis nun wirklich nicht zuviel verlangt denke ich - auch wenn mal Fehler passieren.
Wir sind halt alle nur Menschen und die Comments hören sich alle verdammt nach "wir sind unfehlbar" an, daher die bissige Rückantwort.

Have a nice day :-)

schrieb am 01.12.2003 | 13:34


Bedaure, der 'Legal Disclaimer' Eurer Seite ist unsinnig. Wenn es möglich wäre, einem Internet-Besucher durch einseitige Willenserklärungen Rechtsgeschäfte aufzuzwingen, stünde wohl überall "Durch das Betrachten dieser Seite verpflichten Sie sich, uns 10 Waschmaschinen Typ XYZ abzukaufen".

Ist aber nicht. Also bestimmt nicht Ihr, sondern das Urheberrecht, was ich mit Euren Seiten tun darf und was nicht.

schrieb am 02.12.2003 | 3:33


??? Hallo ??? jemand zuhause?? Hat Herr Flamme da was in den falschen Hals gekriegt ???
Unser Legal Disclaimer verlangt von niemandem irgendetwas zu kaufen oder in anderer Art zu erwerben! Wir zwingen auch niemandem irgendwelche "Rechtsgeschäfte" wie Sie das nennen auf.

Genannter Punkt bezieht sich auf eben GENAU DIESES Urheberrecht, in dem wir einfach für uns beanspruchen, dass jemand der unsere Seite besucht sich darüber im Klaren zu sein hat dass eben ALLE Inhalte UNSEREM Urheberrecht unterliegen. Und dass daher zum Beispiel Grafiken oder andere Inhalte nicht "einfach so" weiterverwendet werden dürfen (ohne Genehmigung), nur weil man im Internet alles (ja physikalisch) sowieso herunterlädt und dann der Meinung ist man dürfe es auch kostenlos verwenden.

Dieser Punkt, lieber Herr Flamme, steht genau so im Urheberrecht (§1.1, 1.2, 12.2, 15.1, 32.1 - ich könnte beliebig weitermachen, das Urheberrecht ist voll davon). Es ist also unser Recht das so zu bestimmen, also warum sollten wir das nicht auch in unserem Legal Disclaimer übernehmen und den User darüber aufklären?
Als Urheber habe ich das Recht zu bestimmen wer was wann und wie verwenden darf. Und ich habe das Recht für eine (wie auch immer geartete Nutzung) Geld zu verlangen. Also warum soll ich das nicht öffentlich sagen?

Ich gehe davon aus dass Sie, wenn Sie sich schon so über rechtliche Inhalte echauffieren ohne den Rest der Diskussion wahrzunehmen (um den es hier eigentlich ursprünglich ging), wahrscheinlich ein Vertreter der rechtlichen Zunft (sprich Anwalt) oder zumindest "Anwärter" (sprich Student) sind.
Nun, lieber Herr Flamme, dann sollten Sie wissen das gerade das Urheberrecht unter Anwälten für jede Menge Gesprächsstoff sorgt, da nämlich die Interpretation vieler Paragraphen immer oft auch "Auslegungssache" ist. Und die wird nun mal von vielen unterschiedlich gehandhabt.

schrieb am 02.12.2003 | 9:43


 

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