Archiv: August 2006
17.08.2006
TechSmith's Morae auf MacBook Pro
Unobtrusive: Mobile Usability Lab
Seit gestern liefert Apples Bootcamp auch die Treiber für die interne iSight mit. Ein Grund, Windows XP Professional auf meinem MacBook Pro zu installieren. Wird die interne iSight tatsächlich erkannt? Läuft die Usability-Suite Morae auf dem MBP? Schaffe ich es, ein mobiles Usability-Lab in Apple-Hardware zu integrieren?
Kurze Rede, hier der Sinn: Ja! In Zukunft muss ich kein Flightcase mehr mitschleppen, in dem neben einem Tischmikrofon und einer externen Kamera auch noch ein ThinkPad und ein Powerbook transportiert werden müssen. Mein mobiles Lab läuft auf einem Apple MacBook Pro 2,16 GHz mit 2 GB RAM, das ich quasi immer dabei habe. Die ATI Radeon x1600 ist mit ihren 256 MB VRAM bestens ausgerüstet. Morae läuft extrem flüssig und schnell. Auch die Bluetooth Mighty Mouse wird einwandfrei erkannt, keine Probleme mit dem Scrollball oder Rechtsklicks.
Besonders angenehme Effekte: Ich habe nun ein ubiquitäres Usability-Lab-To-Go in meiner kleinen Tasche und kann quasi jeden als Probanden an den Mac setzen, der mir über den Weg läuft. Und die integrierte iSight ist nicht nur winzig und absolut unauffällig, sie macht auch noch qualitativ hochwertigere Aufnahmen als beispielsweise die Logitech Quickcam Pro 5000, die wir bisherigen Morae-Usern als Webcam empfehlen.
In OS X schließlich wird die Windows-XP-Partition als Festplatte gemountet. Nun kann ich die Videos auf dem Mac weiter bearbeiten. So verfüge ich von vornherein über sämtliche Daten auf einer einzigen Maschine, was nicht nur immens Zeit und Nerven spart. Fazit: Nun müssen auch Mac-User nicht mehr auf TechSmith's Morae verzichten. Mein MBP hat sein Upgrade zum »unobtrusive mobile usability lab« erfolgreich absolviert und ist dadurch unersetzlich für mich geworden.
06.08.2006
Buchvorstellung: Barrierefreies Webdesign
»Attraktive Websites zugänglich gestalten« von Angie Radtke und Michael Charlier
Angie Radtke und Dr. Michael Charlier haben bei Addison-Wesley (Pearson) ein Buch über »Barrierefreies Webdesign« veröffentlicht. Ich hatte die Ehre und die Freude, das Buchprojekt von Anfang bis Ende als Berater und Fachlektor zu begleiten. Das war ein schöner Job, den ich im Rückblick mit viel Kopfzerbrechen, Spaß und langen Nächten verbinde. Zum Schluss war der Zeitdruck hoch, alles ging sehr schnell, und plötzlich liegt das Buch vor mir.
Die beiden Autoren sind sicher den meisten ein Begriff, die sich mit Webstandards und Accessibility beschäftigen: Angie Radtke engagiert sich maßgeblich im Joomla! Design and Accessibility Team für die Verbesserung der Zugänglichkeit des beliebten CMS; Michael Charlier ist ein Urgestein des deutschen Netzjournalismus', Betreiber der größten deutschen CSS-Mailingliste und zweifacher BIENE-Award-Preisträger.
Ja, es ist schon wieder ein Buch mit einem Schon-wieder-Titel, aber natürlich ist dies auch ein ganz anderes Buch mit einem ganz eigenen, gar nicht trockenen Ansatz. Es ist weder eine Einführung für Anfänger, noch richtet es sich ausschließlich an Web-Spezialisten. Zielgruppe sind neben Webentwicklern, die nicht wissen, wie sie die oft sehr pauschal vorgetragenen Anforderungen nach Barrierefreiheit erfüllen können, auch Projektleiter, die in Behörden und Unternehmen für den Relaunch oder die Neukonzeption einer Website verantwortlich sind.
Eine der größten Stärken des Buchs ist es meiner Meinung nach, dass der Praxisbezug nie aus den Augen verloren wird. Die oftmals sehr theoretischen Sachverhalte und Einzelaspekte aus verschiedensten Fachbereichen bringen die Autoren immer verständlich und angenehm unaufgeregt auf den Punkt. Dazu wird im Buch ein Webprojekt einer fiktiven Gemeinde von Anfang bis Ende durchgespielt: Aus einem barrierenbehafteten Tabellenlayout wird eine barrierefreie, frische und attraktive Website aus der Taufe gehoben. Der Leser wird zum aktiven Teil eines Workshops, der den Bogen von der Analyse übers Redesign bis hin zum barrierefreien Relaunch spannt und dabei neben den Anforderungen der BITV immer auch zukunftsfähige, praktikable Webstandards im einen und die Nutzer mit ihren unterschiedlichen Erwartungen im anderen Auge hat.
Weitere Kritik will ich anderen überlassen; Eva Papst stellt das Buch bei WAI-Austria vor; Stefan Blanz veröffentlicht in der kommenden Ausgabe des PHP-Magazins eine Rezension. Wahrscheinlich stehen auch schon bald die ersten Kritiken bei Amazon.de, wo das Buch ab sofort erhältlich ist: Barrierefreies Webdesign, Addison-Wesley, ISBN 3827323797, ca. 300 Seiten, 39,95 Euro.
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