Archiv: November 2003
09.11.2003
Link-Pleonasmus
Links sind Links as Links can.
Alp Uckan fragt, ob eine externe Linkkennzeichnung überhaupt nötig sei. Gute Frage. Wer seine Links sprechen lässt, braucht sie eigentlich nicht grafisch auszuzeichnen. In diesem Moment sind die kleinen Grafiken redundant. Dass ein solcher Link-Pleonasmus auch noch juristisch verwertbar sein sollte, bezweifle ich zumindest als Laie sehr stark. Nicht zuletzt müssen einige Voraussetzungen gegeben sein, damit Grafiken überhaupt angezeigt werden können.
Brauchen Links Symbole?
Interessanter finde ich natürlich die alte Frage, ob überhaupt Links mit grafischen Symbolen gekennzeichnet werden müssen. Oft entbrennt daraufhin eine Diskussion zwischen Standards-Verfechtern, den Evangelisten der reinen Lehre und Menschen, die ein möglichst funktionales und gleichzeitig ansprechend ästhetisches Design entwickeln wollen. Zwei Standpunkte kristallisieren sich dabei heraus:
- Links sind Links sind Links. Sie verweisen auf neue Inhalte, nicht auf neue Websites. Ein Besucher sucht schließlich nach Informationen, nicht nach unterschiedlichen Websites.
- Es gibt externe und interne Links. Der Besucher hat ein Recht darauf zu erfahren, wohin der nächste Klick ihn führt. Es ist vor allem (aber nicht nur) für den Anbieter ein Unterschied, ob der Besucher mit dem nächsten Klick auf seiner Website bleibt oder eine neue besucht.
Je nach Perspektive haben beide Standpunkte Recht. Es ist die Usability, die mal wieder den Unterschied macht. Egal, für welche Variante man sich entscheidet: Hauptsache konsequent.
08.11.2003
Quick Links
Lese- und Surf-Empfehlungen zum Wochenende
Peter-Paul Koch in Keep CSS Simple über die »Gefahren« beim Einsatz von CSS-Hacks: »Especially during the first half of this year, otherwise sensible Web developers wasted enormous amounts of time in finding and improving countless CSS hacks. In my opinion these hacks are a danger to Web development, both from a psychological and from a technical point of view.«
Scott Berkun, The Art of Usability Benchmarking: »Before you invest in any usability study, benchmark or otherwise, you must understand the organizational perspective on why you are doing it. Is the study being done to satisfy someone's curiosity? To enable an executive to say "we care about users"? Or less cynically, is it to enable the designers and decisions makers in the organization to make better product decisions? Who will it help, and how will the study help them? Whatever the answers are, it should be your goal to understand, or perhaps define and communicate the motivations for any study you perform.« [ via Oscar van Rijswijk ]
Scott ist übrigens einer der wenigen hochgeschätzten Ex-Microsoft-Usabiliteers. Seine Essays (uiweb, Wired, Microsoft Developer Network) können Praktikern wie Interessenten wärmstens zur Lektüre empfohlen werden. Scott veröffentlicht seine Artikel und Kolumnen auf UIweb.com. Unter anderem hat er The Role of Flow in Web Design verfasst und damit meinen Artikel Kein Flow ohne Content Usability (2002) maßgeblich beeinflusst.
IBM Systems Journal: Building Ease of Use Into the IBM User Experience. PDF, 150 kb.
Ralph Segert: Anstiftung zum Weblog. Über die Vorteile von Weblogs für Freiberufler und kleine Unternehmen, kurz und verständlich erklärt und mit interessanten Links garniert.
Alp Uckan: Acronym-Missbrauch. Wird bald übrigens ein Jahr alt: Alps augenzwinkernder Text über Usability-Menschentypen. Lesen!
Wieder ein Blog von Silke Schümann: Kognotiz – das Blog zur Kognition (RSS). »Ein Kollektiv-Blogg über Wahnehmung von Mensch, Tier und Maschine.« Gleich gebookmarkt.
07.11.2003
PDF barrierefrei
Lesbar für alle – und es geht doch
Roland Heuwinkel veröffentlicht auf Einfach für Alle a.k.a EfA eine unbedingt lesenswerte Serie über die Erstellung barrierefreier (hier vielleicht besser: zugänglicher) PDF-Dokumente.
In der Einleitung erfährt der Leser, weshalb die Notwendigkeit zur Barrierefreiheit auch bei PDF gilt. Teil 1 und Teil 2 behandeln die praktische Erstellung zugänglicher PDFs.
Ein umfangreiches Glossar mit weiterführenden Links und Downloads rundet die Serie ab. Außerdem bietet EfA die gesamte Serie in einer barrierefreien PDF-Datei zum Download an. [ Anmerkung: Das PDF wird mit Erscheinen von Teil 4 zum Download bereitgestellt; s.a. Kommentar. ]
Nachtrag (12.11.): Die Serie über barrierefreie PDF-Dokumente ist nun vollständig in vier Teilen online. Auch das PDF selbst steht nun zum Herunterladen (PDF, 792 kb) bereit.
05.11.2003
Bestellbestästigung bei sportscheck.com
Desaster Kundenkommunikation
Sportscheck.com hat von mir ja schon einmal eine kleine Auszeichnung in Sachen Kundenunfreundlichkeit erhalten. Mittlerweile hat man die kaputte Website zwar relauncht, dem Kommunikationsdesaster aber gerne noch einen draufgesetzt.
Da seit der letzten Bestellung schon einige Monate vergangen sind und ich in der Zwischenzeit umgezogen bin, möchte ich mit meiner Bestellung zugleich auch meine Daten ändern. Schön, dass man den Punkt »Meine Daten« in die Metanavigation integriert hat. Nach Eingabe meiner Kundennummer und meines Geburtsdatums habe ich dann Zugriff auf meine persönlichen Daten. Das alleine finde ich schon aus Sicherheitsgründen denkwürdig; wer mein Geburtsdatum kennt, braucht mit einem Anruf, ein wenig Charme und empathischem Geschick nicht mal zwei Minuten, um meine Kundennummer zu erfahren.
Schön ist der sogenannte Freud'sche Fehler unter dem Feld E-Mail-Adresse, steht doch dort tatsächlich: »Wichtig für Ihre Bestellbestästigung.« Ja, Bestellungen zu bestätigen scheint für sportscheck in der Tat einen hohen Grad an Belästigung zu erreichen.

... immer diese Last mit der Bestätigung...
Weiterlesen: Bestellbestästigung bei sportscheck.com.
04.11.2003
Nonsance Marketing
Arbeitskreis Performance Marketing gegründet
Im HCI-Bereich gibt es Wörter und Begriffe, da kann man nur noch mit dem Kopf schütteln. Auch im Marketing greift die Verballhornung der Sprache um sich. Marketing muss überraschen. Mit spritzigen Ideen. Mit immer mal was Neuem. Mit noch nie Dagewesenem, Umwerfendem, Überwältigendem, Atemberaubendem. Aber: Marketing wird totgesagt. New-Media-Marketing, Direct Marketing, One-to-one-Marketing, Event-Marketing, Dialog-Marketing – das alles will keiner mehr hören.
Neue Lösungen braucht das Land. Eine ist deshalb gerade eben reingekommen. Düsseldorf, 4. November, 18 Uhr 10: Der Deutsche Multimedia Verband dmmv, Lieblingsverein der Marketing- und Medienbranchen, gründet den Arbeitskreis Performance Marketing. Das ist neu, dynamisch, inspirierend, es geht wieder mal um was.
Pruuust! Zitat: »Der Arbeitskreis wird künftig alle Themen bearbeiten, die sich um leistungsorientierte Marketinginstrumente drehen. [...] Als wichtigstes Ziel wurde dabei vor allem die Positionierung und Transparenz von Performance Marketing im Marketing-Mix sowie in der Wahrnehmung der Marketingentscheider festgelegt.« Verzeihung, lieber dmmv, aber haben wir das nicht alle schonmal irgendwo gelesen und gehört?
Und weiter: »Unter Performance Marketing werden dabei alle Marketinginstrumente auf digitalen Medien verstanden, die auf eine direkt messbare Aktion des Nutzers abzielen«, so der ansonsten von mir sehr geschätzte Arbeitskreis-Leiter Alexander Holl (Marketing Director Overture Services).
Werden hier nicht alte Botschaften neu verpackt? Hurra! Es lebe das Performance Marketing! Aber mal im Ernst, Leute: Glaubt ihr tatsächlich, dass clevere Klienten heute noch auf sowas reinfallen? Nach Efficiency Marketing, Relevance Marketing (Argonauten 360°: »Alles, was relevant für unsere Kunden ist.«), Freelance Marketing, Performance Marketing – wie wäre es endlich mal mit etwas Bodenständigem, grundauf Ehrlichem und Einfachem... ich hätte hier noch Balance Marketing anzubieten, Competance Marketing, Sundance Marketing, True Romance Marketing... oder wie wär's schlicht und simpel mit Nonsance Marketing? Ach so, das versteht dann vielleicht keiner. Na dann ;-)
Quick Links
Lese- und Surf-Empfehlungen
Connecting Learning Objects with RSS, Trackback, and Weblogs
»or... what happens when 3 guys, 2 countries, xml, 3 weblogs, iChat, a wiki, and the rest of the internet all connect up?« Alan Levine, Brian Lamb, D'Arcy Norman, 36-Folien-Präsentation, 22 Minuten (Screen und Audio).
Usability-MPEG-Videos im Open Video Project
Maryland HCIL Open House Video Reports und CHI Video Retrospective. [ via Max Scheugl ]
Julie Albertson (Tech Girl)
Embrace Your Competition. Was Online-Magazine, News-Sites und Informationsanbieter von Weblogs lernen können. Warum Links mehr als gut sind. Weshalb relevante Informationen verlinkt werden sollten, auch wenn sie sich auf Wettbewerber-Sites finden.
Blogging for Dollars
»What the hell just happened? What did I do? What does this mean for weblogs? Would the world be covered in textads when I tell people about this? Shit!«
Matt Haughey in Blogging for Dollars über Googles Adsense-Programm und die Bedeutung für Weblogs. [ via 37signals ]
Spiegel: Newsletter sind tot
»Vorweg: E-Mail-Newsletter sind angeblich tot. Zu viel Spam, Sie verstehen, das macht einfach keinen Spaß mehr. Aber wie erfahren Sie dann von neuen Artikeln bei SPIEGEL ONLINE, ohne ständig alle relevanten Seiten im Auge behalten zu müssen? Das ist ganz einfach, mit RSS (RDF Site Summary).« Immer wissen, was es Neues gibt: Spiegel Online stellt seinen Schlagzeilen-Feed vor. [ RSS | Hirschgarden via Schockwellenreiter ]
Mario Fischer, Usability-Experte
»Hier geht es um Usability – genauer gesagt Web-Usability. Das Thema rund um die Benutzbarkeit von Webseiten gibt ja doch einiges Ernstes, aber oft auch witziges her. Und jede Website ist zu etwas nütze – und wenn sie nur als schlechtes Beispiel dient.« Und später: »Die Usability hier haut einen nicht gerade eben vom Hocker...« Recht hat er. Aber das wird sicher noch was. Ich freue mich auf weitere Beiträge und Kommentare in seinem Weblog. [ segert.net via Alp Uckan ]
Research-Based Web Design & Usability Guidelines
Webdesign und Usability-Guidelines, PDF, 128 Seiten, 39 MB. Wer nicht gleich alles auf einmal lesen will, kann sich auch einzelne Kapitel herunterladen. [ via Alp Uckan ]
Multi-Explorer
Unterschiedliche IE-Installationen parallel auf einem Rechner
Web-Entwickler kennen das Problem: Wer Webseiten in verschiedenen Internet-Explorer-Versionen testen will, kann bislang aufgrund der Explorer-Systemintegration nicht auf Parallel-Installationen zurückgreifen (ganz im Gegensatz zu modernen Browsern). Stattdessen musste man für jede Version entweder einen PC respektive eine IE-Anzeiger-Partition anwerfen oder auf Emulations-Notlösungen wie VMware zurückgreifen.
So weit, so schlecht. Eine ganz einfache und funktionierende Lösung hat nun Joe Maddalone von Insert Title Web Designs veröffentlicht: IE 5.01, 5.5 und 6.0 nebeneinander, parallel, multipel, auf einem Betriebssystem, in friedlicher Koexistenz. Prima, klappt zumindest auf Windows XP und erfordert nicht viel händische Arbeit. Details stehen in Joes Beitrag.
[ Jens Grochtdreis via CSS-Technik ]
Nachtrag (5.11.): Jens bestätigt die Lösung auch auf Windows 2000.
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