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web-blog.netUsability Inside.

Usability

15.04.2006

Neulich im Usability-Test

Just a quote.

Post-Test-Befragung: »Und haben Sie elementare Dinge, Funktionen oder anderes vermisst, das Sie von anderen Websites kennen oder schätzen?«

»Ja! Nackte Frauen!«

Passend dazu aus dem scoreberlin-Usability-Test-Survival-Howto: »7. Stelle möglichst offene Fragen. Berücksichtige dabei den Nutzungskontext, die Fähigkeiten, Fertigkeiten und Erfahrungen des Probanden.«

Marcus Völkel | 15.04.06 | Usability | Trackbacks: 0 |

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20.06.2005

Mythos Web-Statistik

180.000 Page Impressions im Mai – und was davon übrigbleibt.

»Ich stehe Statistiken etwas skeptisch gegenüber. Denn laut Statistik haben ein Millionär und ein armer Kerl jeder eine halbe Million.«
Franklin Delano Roosevelt

Die Zeiten, in denen ich täglich neugierige Blicke in meine Web-Statistiken und Echtzeit-Tracking geworfen habe, sind lange vorbei. Nun wollte es aber der Job, dass wir Auszüge eines Server-Logfiles (mit monatlich neunstelligen Page-Impressions) durch unseren Loganalyzer jagen mussten. Aus Jux legte ich heute vormittag ein Vergleichsprofil an und importierte die Usability-Inside-Apache-Logfiles des vergangenen Monats.

Weiterlesen: Mythos Web-Statistik.

Marcus Völkel | 20.06.05 | Usability | Trackbacks: 1 |

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04.06.2005

Quick Links

Lese- und Surf-Empfehlungen zum Wochenende

Ein paar Links zum Wochenende (zugegebenermaßen sehr UIE-lastig...):

Joshua Porter, Bokardo-Blogger, Mac-User, Usabiliteer und Berater bei UIE, interviewt Molly Holzschlag, Buchautorin (»The Zen of CSS Design« mit Dave Shea, »CSS: The Designer's Edge« u.a.) und Web Standards Queen: Web Standards in the Real World: »Another major problem is managing what I call OGS – Organic Growth Syndrome. We generate so many documents, for some teams, millions in a given day. We need to address server architecture, information architecture, and mass document management techniques as well as user experience and design. Standards help this in very specific ways, but it does mean going back and re-examining what we have and what needs to be done moving forward. [...]«

Jared Spool im Interview mit Dirk Knemeyer: »I learned quickly that business executives didn't care about usability testing or information design. Explaining the importance of these areas didn't get us any more work. Instead, when we're in front of executives, we quickly learned to talk about only five things [...]. Notice that the words 'design', 'usability', or 'navigation' never appear in these questions. We found, early on, that the less we talked about usability or design, the bigger our projects got. Today, I'm writing a proposal for a $470,000 project where the word 'usability' isn't mentioned once in the proposal.«

Nochmal Jared Spool: Streamlining Usability Testing by Avoiding the Lab: »The usability lab, with its fancy cameras, one-way mirrors, and comfortable observation suites, is often considered a can't-do-without necessity for conducting serious usability tests. Even those who feel it's not required will jump at the chance to use a lab when available. However, while studying successful projects over the years, we've found that usability testing can often be more effective when the team eliminates the lab from the process. [...]«
via Alp Uckan
Achtung Werbung: Die Software Morae, über die Spool schreibt, gibt es übrigens bei uns exklusiv zu kaufen: Usability-Testing mit Morae.

Joi Ito nach seinem Besuch in meiner »anderen Heimat« Südkorea über Korean Bloggers: »Korea is reported by the OECD to have the highest high-speed Internet penetration of any nation. Korea has an extremely vibrant gaming, blogging, mobile phone and youth culture scene and I was eager to find out more about what was going on.«

Marcus Völkel | 04.06.05 | Usability | Trackbacks: 0 |

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03.06.2005

Great design is not democratic

Just a quote.

»[...] If there is a well thought-out design standard, it should be followed. In practice, great design comes from great designers. That is empirically the case. If a great designer did a first-rate standard, that model should be followed. Great design is not democratic; it comes from great designers. If the standard is lousy, then develop another standard. [...]«

Edward R. Tufte, 16. September 2002.
(S.a.: Tufte Writings, Artworks & News; Questions and answers: Ask E.T. forum)

Marcus Völkel | 03.06.05 | Usability | Trackbacks: 0 |

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14.02.2005

Usability-Tests: der authentische Nutzer

Der schmale Grat zwischen sozialer Erwünschtheit und ungekünstelter Authentizität

In seiner aktuellen Alertbox schreibt Jakob Nielsen über Authentic Behavior in User Testing: die Kunst, Probanden dazu zu bringen, sich in künstlicher Usability-Labor-Umgebung so authentisch und engagiert wie nur möglich zu verhalten (und nicht so erwünscht wie nur möglich). Lesenswert!

It's a basic human desire to want to perform well on a test. We can say, »we're not testing you, we're testing the system« all we want. People still feel like they're taking a test, and they want to pass. They don't want to be defeated by a computer.

Meiner Meinung nach ist genau das der Punkt, weshalb man Testpersonen die Testsituation und -umgebung so einfach und angenehm wie möglich machen sollte. Und gleichzeitig ist dies auch der Punkt, weshalb Probanden ganz schnell ein Verhalten an den Tag legen, von dem sie glauben, es sei (sozial) erwünscht. (Außerdem unterscheiden sich hier sehr wesentlich Männer von Frauen. Aber das ist ein anderes Thema.)

Also mal ein paar unfertige Gedanken zur technischen Seite.

Gerade in den Köpfen von Werbern spukt häufig die Idee herum, Usability-Labs müssten mit allerlei coolen Hightech-Gimmicks und Einwegspiegeln ausgestattet sein, um aus der Observations-Lounge die Probanden im klinisch kalten, sterilen Versuchslabor beobachten zu können, verbunden durch ein Mikrofon, über das Anweisungen gegeben werden können. Dies, so die Werber, müsse State of the Art sein. Ist es das? Oder mehr ein Sackgassen-Gedankenkonstrukt?

Nein, wir testen nicht Sie.

Stellen Sie sich vor, Sie nehmen an einem Usability-Test teil. Auf der Website erfahren Sie, dass man nicht Sie und Ihre Fähigkeiten testen wird, sondern Websites und Software. Das erzählt man Ihnen auch am Telefon. Wenn Sie dann vor Ort erscheinen, besteht die Kür der ersten Minuten darin, zu Ihnen Vertrauen aufzubauen, damit Sie sich wohl fühlen – und Ihnen nochmal und wirklich klarzumachen, dass nicht Sie es sind, der heute getestet wird. Oft gibt man Ihnen das sogar schriftlich. Denn die Qualität des folgenden Tests steht und fällt nicht nur mit der Auswahl der Probanden, sondern auch und vor allem mit ihrer Authentizität.

Usability? Hatten wir schon.

Und nun setzt man Sie in einen großen, kalten, sterilen Raum, der mit einem Schreibtisch, Computer darauf, Stuhl davor, Kameras drumrum und einem Einwegspiegel dahinter ausgestattet ist. Was sind Ihre Assoziationen? Woran erinnert Sie diese Situation? Wie soll man Ihnen nun klarmachen, dass wirklich nicht Sie getestet werden? Wie soll es möglich sein, dass Sie sich nicht beobachtet und überwacht fühlen? Glauben Sie wirklich, psychologisch geschulte Sensibilität sei in der Lage, eine Person, die sich wie ein Versuchskaninchen oder gar Verbrecher im Verhör fühlt, innerhalb weniger Minuten in eine vertrauensvolle Stimmung zu bringen, damit sie ihre Aufgaben an irgendwelchen buggy Betaversionen in den nächsten ein bis zwei Stunden so authentisch und druckfrei wie möglich erledigt?

Der Auftraggeber bekäme im schlimmsten Fall einen dicken, bunten Chart-Report, der ihm nichts weiter bringt als das Bewusstsein, wofür er einen großen Teil seines Budgets hinausgeworfen hat. Im Endeffekt steht das ernüchternde Fazit: »Usability? Hatten wir schon. Bringt nichts.«

Wo ist der authentische Nutzer?

Usability Testing simuliert den Praxisfall: Man prüft, ob Produkte im Nutzungskontext ihren Zweck erfüllen und ob ihre potenziellen Nutzer erfolgreich damit umgehen können. Das hört sich zwar einfach an, ist es jedoch unter kühlen Laborbedingungen nicht immer. Denn um einen Probanden als Nutzer im Kontext seiner Fähigkeiten, Fertigkeiten und Erfahrungen betrachten zu können, bringt man ihn idealerweise in eine natürliche und vertraute Umgebung. Dort wird er am ehesten in der Lage sein, sich natürlich und authentisch »echt« zu verhalten.

Die erfolgreichsten Testergebnisse erhält man also, wenn der Proband nicht nur versteht, dass nicht er getestet wird, sondern wenn die Umgebung ebenfalls ihr Versprechen hält: zuhause (In-Home-Interviews), am Arbeitsplatz, in gewohnter, natürlicher Umgebung. Dann ist das Usability-Testing am ehesten in der Lage, mit Hilfe des Probanden sein Ziel zu erreichen: in kurzer Zeit so viele Usability-Schwächen und -Probleme wie möglich aufzudecken. In Verbindung mit diversen Interview- und Diskussions-Methoden ergibt sich gleichzeitig auch ein gehöriges Optimierungspotenzial.

Der Einwegspiegel: vorsintflutlich?

Weil diese Situation aus organisatorischen wie finanziellen Gründen nicht immer realisierbar ist, tun moderne Usability-Labs also gut daran, laute Kameras, überpräsente Richtmikrofone und auffälliges Interieur wie den Einwegspiegel als überholtes Relikt aus ihren Studios zu verbannen. Letztere sind besonders problematisch: Zum einen bewirkt die Sichtverbindung von einem Raum in den nächsten, dass der Proband sich permanent beobachtet fühlt; zum anderen kann nur ein einziger Blickwinkel eingenommen, niemals das Szenario ganzheitlich betrachtet werden.

Es war vor allem Jakob Nielsen selbst, der in den 80er Jahren den Einwegspiegel als demonstrative Beobachtungsform propagierte. Damals war es allerdings auch nicht wirklich anders möglich, die Testumgebung inklusive Proband, Tastatureingaben und Monitorinhalt gleichzeitig und in Echtzeit zu verfolgen.

Und heute?

Heutzutage arbeitet man mit berührungslosen Systemen in ruhiger, natürlicher Umgebung. Man stellt dem Probanden das System zur Verfügung, das er kennt und mag, nutzt lautlose, kleine und integrierte Kamera- und Mikrofon-Systeme statt unhandlicher Videokameras mit sirrenden Motoren. On-the-fly wird das komplette Material zusammengefügt. Dies ermöglicht eine bequeme Echtzeit-Beobachtung aller Komponenten Monitor, Video und Audio: Bildschirminhalt, Mauswege, Klicks, Texteingaben, Mimik, Gestik, Aussagen – alles ganz bequem und diskret, über LAN oder WAN, nebenan im Beobachtungsraum auf der Leinwand via Beamer, auf dem Laptop oder im Extranet. Anwesende Beobachter erhalten so einen mehrdimensionalen und damit wesentlich tieferen Einblick, als es früher möglich war. Dabei kann das Material direkt bearbeitet und editiert werden. Und wesentlich günstiger als früher ist dies obendrein.

Und natürlich ist die Technik, die Technologie nur Voraussetzung für eine gelungene Umgebung. Faktoren wie die Auswahl der Testpersonen, die Einbeziehung des Versuchsleiters, seine Sensibilität und Erfahrung im Umgang mit Probanden spielen wahrscheinlich die wichtigere Rolle. Aber das ist Stoff für einen eigenen, zukünftigen Beitrag.

Marcus Völkel | 14.02.05 | Usability | Trackbacks: 0 |

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07.02.2005

Neulich im Usability-Lab

Aufsteigend, absteigend?

So einfach bringt man Akademiker aus dem Konzept: mit zwei Radio-Buttons, mittels derer man die Ergebnisse aufsteigend oder absteigend sortieren kann. Aus dem scoreberlin-Usability-Lab, Februar 2005, Video/Audio-Transkription:

Testperson 6: »Aufsteigend... absteigend... aufsteigend heißt jetzt, wie aufsteigend... sprich, vom Preis aufsteigend... und absteigend... also die günstigste zuerst. Aufsteigend, hoffe ich mal...«

Testperson 7: »Ähm... günstigste zuerst... aufsteigend heißt, dass erst die günstigen kommen... und dann... die teureren... ich bin mir nicht sicher.«

Testperson 9: »... hmmm... absteigend dann? Aufsteigend? Oder absteigend... ich würde sagen absteigend.«

Testperson 11: »Erst die günstigeren. Also wenn ich absteigend nehme, zeigt er mir zuerst die günstigeren an. Nee, erst die teureren, und dann nach unten. Also aufsteigend.«

Testperson 12: »Die günstigste... ähm... (zögert) ... ähm... wird wahrscheinlich absteigend sein...«

Marcus Völkel | 07.02.05 | Usability | Trackbacks: 0 |

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13.01.2005

Usability-Tests: Probanden gesucht

scoreberlin sucht Testpersonen aus Berlin und Umgebung

In den kommenden Monaten sucht die scoreberlin GmbH spezielle Probanden aus dem Berliner Raum für Usability-Tests. Dafür gibt es 30 bis 50 Euro pro Stunde.

Die Tests finden in Prenzlauer Berg statt und dauern pro Teilnehmer ca. 1,5 bis 3,5 Stunden. Dabei werden nicht Sie und Ihre Fähigkeiten getestet, sondern die Produkte unserer Auftraggeber (Websites, Web-Applikationen und Software): Wir prüfen, ob diese Produkte ihren Zweck erfüllen und ob ihre potenziellen Benutzer erfolgreich damit umgehen können.

Da wir einen möglichst repräsentativen, heterogenen Querschnitt der jeweiligen Zielgruppen abbilden möchten, suchen wir spezielle Personen. Wenn Sie mindestens eines der folgenden Kriterien bejahen können und Lust haben, an den Tests teilzunehmen, melden Sie sich bitte bei uns per E-Mail an usability-test@scoreberlin.de oder geben Sie diese Information an mögliche Interessenten weiter.

  1. Sie besitzen einen höchstens drei Jahre alten (Diesel-) Mittelklassewagen. und/oder
  2. Sie planen den Kauf eines solchen Wagens in den nächsten zwei Jahren. und/oder
  3. Sie sind Haus- oder Wohnungseigentümer/-in. und/oder
  4. Sie sind Makler/-in, Vermieter/-in oder Verwalter/-in. und/oder
  5. Sie planen, in den nächsten zwei Jahren ein Haus oder eine Wohnung zu kaufen. und/oder
  6. In den letzten beiden Jahren sind Sie mindestens zweimal jährlich verreist. und/oder
  7. In den letzten beiden Jahren haben Sie mindestens zwei Fernreisen unternommen. und/oder
  8. Sie sind Beamte/r oder angestellt im öffentlichen Dienst.

Bitte schreiben Sie uns Ihren Namen, Alter, Wohnort, die zutreffenden Kriterien und eine Telefonnummer, unter der wir Sie werktags tagsüber erreichen können (E-Mail an usability-test@scoreberlin.de). Wir führen anschließend ein kurzes Telefonat mit Ihnen, um zu prüfen, ob Sie dem jeweiligen Zielgruppenprofil entsprechen. Ist dies der Fall, bestätigen wir Ihnen die Teilnahme telefonisch und per E-Mail. Ihre Daten werden nicht weitergegeben und für keine anderen Zwecke verwendet (Hinweise zum Datenschutz). Ihre Anonymität wird selbstverständlich gewahrt.

Sollten Sie keines dieser Kriterien erfüllen, aber dennoch Interesse an der Teilnahme haben, füllen Sie bitte das Probanden-Bewerbungsformular so vollständig wie möglich aus.

Hier das Kleingedruckte: Termine für die Tests können auch auf Abende oder Wochenenden gelegt werden. Ihnen entstehen keine Kosten oder Verpflichtungen. scoreberlin zahlt Ihnen die BVG-Tickets und vergütet Ihre Anwesenheit zusätzlich mit einer Aufwandsentschädigung in Höhe von 30 bis 50 Euro pro Stunde in bar. Obendrauf gibt es leckeren Kaffee und knusprige Kekse. Und nein: Es handelt sich dabei um keine regelmäßige Tätigkeit, wir sind kein medizinisches Institut und wir machen keine Gesichtshauttests.

Marcus Völkel | 13.01.05 | Usability | Trackbacks: 0 |

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30.12.2004

Really Bad User Interfaces

Golden Rules by SAP AG

Durch meinen Beitrag Simplicity is not dead bin ich auf zwei interessante Artikel von Gerd Waloszek (Product Design Center der SAP AG) bzw. einen kompletten Themenbereich »Simplification« innerhalb der lesenswerten SAP Design Tidbits gestoßen: What Does »Simple« Mean? und Anti-Simplification – How to Make Life Harder for Users.

Von dort komme ich auf die Golden Rules for Bad User Interfaces mit zunächst zehn solcher Regeln. Waloszek startete die Reihe schon im Oktober. Dabei fällt mir auf, dass Stefan Karzauninkat seine Goldenen Regeln für schlechtes HTML aktualisiert hat – und mittlerweile bei siebzig angekommen ist. Gibt es noch mehr solcher oder ähnlicher »Golden Rules« im Web?

Marcus Völkel | 30.12.04 | Usability | Trackbacks: 0 |

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10.12.2004

Simplicity is not dead.

Das Klare gegen das Einfache

»Man sollte alles so einfach wie möglich machen, aber nicht einfacher.«
Albert Einstein

Jason Fried schreibt im 37signals-Weblog Signal vs. Noise:

Simplicity is dead. [...] What really matters is clarity. Clarity in visual design. Clarity in copywriting. Clarity in purpose, mission, and statement. Clarity allows someone to »get it« while simplicity only allows someone to »see it«.

Und weil man bei 37signals die Basecamp-Signup-Seite, um die es hier geht, iterativ und nutzerorientiert optimiert, hat man dort die alte Seite durch eine neue Seite respektive Einfachheit durch Klarheit ersetzt. Glaubt man.

Ich halte das für einen Fehler. Aber weil ich die Arbeiten von 37signals kenne, würde ich wetten, dass binnen zwei bis vier Wochen die neue Seite durch eine andere ersetzt wird, die Einfachheit mit Klarheit vereint. Vielleicht verbunden mit einem Statement à la »Simplicity is dead. Not.« Wer wettet dagegen?

Das erinnert mich an Markus Breuer, der sich vor kurzem in gewohnt ausführlich-ausholender Art mit der Balance zwischen Nutzer-Anforderungen und -Fähigkeiten und daraus resultierendem, übersimplifizierten Design auseinandersetzte und dabei auf Andrei Herasimchuks (designbyfire) Please make me think verwies: »Should everything be so damned obvious all of the time?«

In einem aktuellen Kundenprojekt sehen wir uns verstärkt mit dem feinen Unterschied zwischen Klarheit und Einfachheit im Informations-/Interaktionsdesign konfrontiert: Viele User sind frustriert, verärgert oder schieben sich selbst die Schuld zu, wenn sie Informationen nicht sofort finden oder nutzen können. Ebenso viele User sind allerdings mindestens genauso abgeschreckt von komplex dargestellter Information. Der Königsweg, nämlich die Balance zwischen Einfachheit und Klarheit, führt über einen schmalen Grad. Oft wird in dieser Situation der Fehler gemacht, ein als zu komplex bewertetes Erscheinungsbild zu reduzieren – auf Kosten einer klaren Struktur. Ist das ein Teufelskreis?

Was dabei klar wird: Einfachheit ist natürlich nicht tot. Und steht vor allem in keiner Weise gegen die Klarheit. Aber sie geht mit ihr auch nicht (klar und einfach) Hand in Hand.

Simpel sollte nicht mit einfach verwechselt werden, billig nicht mit Effizienz. Nutzer sind keine DAUs. Aus dem Einfachen entsteht Klarheit. Oder?

Ja, ich glaube an die zeitlose Gültigkeit von »Keep it short and simple« (und eben nicht »Keep it simple, stupid!«). Vielleicht ist dies aber auch ein Grundsatz, der zugunsten des Akronyms KISS entstand und eigentlich viel lieber »Keep it short, simple, and clear« hatte heißen wollen (vielleicht ist das aber auch klar zu einfach Binsenweisheit). Und ich glaube an Andreas Borcherts neun Thesen über Das Einfache, der darin vor fast einem Jahrzehnt unter anderem schrieb:

Das Einfache ist nicht das Primitive, das Simple oder Ländliche; vielmehr ist das Einfache ein Produkt des kollektiven Nachdenkens und Entstehens. Somit ist das Einfache das Reifgewordene, die reife Frucht eines meist langen Prozesses.

... was Antoine de Saint-Exupéry im Geiste Einsteins wesentlich pointierter und vor allem prozessorientierter ausdrückt, ohne sich der Worte klar und einfach zu bedienen:

Ein Text ist nicht dann vollkommen, wenn man nichts mehr hinzufügen kann, sondern dann, wenn man nichts mehr weglassen kann.

Was nicht nur auf Texte zutrifft.

Marcus Völkel | 10.12.04 | Usability | Trackbacks: 0 |

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05.11.2004

Branchenreport Usability Professionals

Vollständiger Ergebnisbericht des German Chapter UPA online

Schon im Januar veröffentlichte der Berufsverband der deutschen Usability Professionals (das German Chapter der UPA, kurz gcUPA) die Kurzergebnisse einer Befragung zum Usability-Branchenreport. Über 100 Teilnehmer waren wenige Monate zuvor über ihre Verhältnisse im Usability-Business befragt worden, insbesondere hinsichtlich ihrer beruflichen Hintergründe, Gehälter und Tätigkeiten.

Nun weist Andreas Beu im aktuellen gcUPA-Newsletter 4-04 darauf hin, dass die vollständigen Ergebnisse zum Download bereit stehen: Usability Report Deutschland – Branchenreport und Honorarspiegel 2003 (Direktlink zur PDF-Datei, 720 kb; Link zum Branchenreport Kurzergebnisse, PDF, 64 kb; Zusatzinformationen zum Branchenreport und Honorarspiegel). Die Befragung soll zukünftig regelmäßig durchgeführt werden.

Marcus Völkel | 05.11.04 | Usability | Trackbacks: 0 |

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21.10.2004

Usability-Normen

Genormte Qualität: die ISO-Standards

Jens Jacobsen hat auf contentmanager.de einen interessanten dreiteiligen Beitrag veröffentlicht, indem er einige der für Usability relevanten Usability-Normen vorstellt, die von der ISO verabschiedet wurden. Hier nur einige, aber nicht unwichtige Ergänzungen, wenn man über ISO-Normen redet, die Usability und Accessibility betreffen.

Das Akronym ISO bezieht sich auf die 1946 gegründete International Organization for Standardization. Ihre internationalen Gremien verabschieden Normen bzw. Standards in allen technischen Bereichen. Hierzulande ist das Deutsche Institut für Normung (DIN) seit über 50 Jahren der ISO angeschlossen.

ISO/TR 16982: Usability-Methoden

Völlig unterschlagen hat Jacobsen die gerade mal zwei Jahre alte ISO/TR 16982. Sie ist betitelt mit Ergonomics of Human-System InteractionUsability Methods Supporting Human-Centred Design. Hier werden die Ansätze aus ISO 9241-10 und 9241-11 (Leitsätze und Anforderungen an die Gebrauchstauglichkeit) und ISO 13407 weitergedacht. Die 16982 richtet sich damit vor allem an Projektmanager, indem sie diesen eine Hilfestellung bietet, selbstinformierte Entscheidungen über den Einsatz von Usability-Methoden und Verfahren zu treffen, wie sie in ISO 13407 beschrieben werden.

ISO 14915 – Software-Ergonomie für Multimedia-Benutzungschnittstellen

Hier sind die Teile 1 bis 3 relevant. Software-Ergonomie für Multimedia-Benutzerschnittstellen Teil 1 nennt sich in der deutschen Fassung EN ISO 14915-1:2002 und behandelt Gestaltungsgrundsätze und Rahmenbedingungen. EN ISO 14915-2:2003 erschien ein Jahr später und befasst sich mit der sogenannten Multimedia-Navigation und Steuerung. Die EN ISO 14915-3:2002 geht auf die Auswahl und Kombination relevanter Medien ein.

Die von Jens Jacobsen genannte ISO/IEC 9126 – Software Engineering – Product Quality ist übrigens identisch mit Qualitätsmerkmalen und Leitfaden der DIN 66272 Informationstechnik – Bewerten von Softwareprodukten. Auch die von ihm erwähnte DIN ISO/IEC 12119 ist identisch mit ISO/IEC 12199:1994.

Bald neuer Usability-Standard

Bleibt noch zu erwähnen, dass derzeit ein neuer Usability-Standard in Arbeit ist: Als derzeitiger Arbeitstitel ist ISO 23973 Software Ergonomics for World Wide Web User Interfaces im Umlauf, der meines Wissens zum jetzigen Zeitpunkt im Standardisierungsprozess Stage 30 durchläuft (Committee Stage; der Committee Draft wird bewertet und verfeinert). ISO 23973 greift die Grundgedanken der ISO 13407 auf (die vor allem nutzerorientierte, iterative Gestaltung interaktiver Systeme: human-centered Designprozesse) und richtet sich vor allem an Web-Entwicklerteams (und damit gleichermaßen an Konzepter, Designer, Programmierer, Projektmanager und Usability-Spezialisten).

ISO 23973 stützt sich auf ein Referenzmodell, welches den Webdesign-Prozess in drei sogenannte Domänen aufgliedert, die sich gegenseitig bedingen: Design-, Evaluations- und Prozess-Domäne. Letztere bezieht sich auf die nutzerorientierten Design-Prozesse wie in ISO 13407 beschrieben. Die Evaluations-Domäne beinhaltet den kompletten Werkzeugkasten rund um Verfahren, Methoden und Instrumente wie Qualitätssicherung und Usability-Testing. ISO 23973 selbst konzentriert sich in erster Linie auf die Aspekte der Design-Domäne bzw. die unterschiedlichen Levels im Designprozess:

  1. Ziel, Zweck und Strategie
  2. Content und Funktionalität
  3. Navigation und Interaktion
  4. Präsentation und Mediendesign

Gedanken zu Barrierefreiheit und Zugänglichkeit (Accessibility) finden sich übrigens nicht in ISO 23973 (Update 2005: Zukünftig wird der Standard ISO 9241-151 heißen). Auch hier ist nämlich eine baldige Erweiterung im Standard ISO 16071 zu erwarten: Ergonomics of Human-System Interaction/Guidance on Software Accessibility for Human-Computer Interfaces (derzeit aktuell: ISO/TS 16071:2003; Update 2005: zukünftig ISO 9241-171).

Fazit: Um benutzerfreundliche Websites und Applikationen zu entwickeln, ist eine Normierung mit Sicherheit nicht per se notwendig. Letzten Endes ist vor allem die Berücksichtigung des Nutzungskontexts als Schnittstelle zwischen Anbieter und Nutzern wichtig – denn neben der Benutzerorientierung vergessen Usability-Experten gerne die Ziele und Vorgaben des Anbieters. Hier tragen die genannten Normen allerdings erheblich dazu bei, organisatorische, strukturelle und konzeptionelle Unsicherheiten zu überwinden und nicht nur methodische Fehler zu vermeiden. Denn dem Zufall überlassen sollte man Usability sicherlich nicht.
[ via AccessBlog ]

Marcus Völkel | 21.10.04 | Usability | Trackbacks: 0 |

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18.10.2004

Interaction Design Meets Agility

Practicing Usage-Centered Design

Er war auch auf der UPA 2004: Jeff Patton, Interaktionsdesigner und Software-Entwickler bei Abstractics. Sein Tutorial Practicing Usage-Centered Design in an Agile Software Development Environment (PDF, 1,3 MB, 20 Seiten) inklusive zugehöriger Präsentation (PPT, 4,1 MB, 37 Folien) vermittelt präzise Einblicke in einen kollaborativen User-Centered Interaktionsdesign-Ansatz.


aus: Patton, J., Interaction Design Meets Agility, Powerpoint-Präsentation UPA 2004.

[ via webword.com ]

Marcus Völkel | 18.10.04 | Usability | Trackbacks: 0 |

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