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Corporate Websites

Werbeagenturen sind keine Webagenturen

Kundenzitat: »Die Website sollte zunächst in unsere Kommunikationsstrategie integriert werden. Als unser Marketing erkannt hat, dass Mitbewerber ihre Websites sehr effizient als Werkzeug einsetzen, war es schon zu spät. Aber außerhalb des Webs gehören wir zu den Marktführern!«

Kleiner Tipp aus der Praxis. Jenseits klassischer Medien haben klassische Werbeagenturen nicht viel zu suchen. Werbeagenturen machen Werbung, davon verstehen sie, wenn sie gut sind, furchtbar viel. Möchte man sie in die Webarbeit einbinden, sollte man darauf achten, sie maximal in marketingstrategischen Fragen hinzuzuziehen. In der Konzeption, im Design, im Text und vor allem in der Frage, was Besucher wirklich wollen, sollte man sie tunlichst außen vor lassen – und wenn das nicht klappt: einfach ignorieren.

Wer immer noch nicht verstanden hat, dass das Internet kein TV-Kanal ist und Kommunikation im Web nicht so funktioniert wie außerhalb, dem kann nur bedingt geholfen werden. Aus dieser Nichtachtung kommunikativer Unterschiede heraus resultiert gewöhnlich völlig unbrauchbarer, überteuerter Datenmüll. Diesen Schrott euphemistisch »Corporate Website« zu nennen, rettet leider auch nicht aus dem Dilemma, liebe Werber.

Mehr dazu in diesem Weblog in wenigen Wochen. Watch out!

Marcus Völkel | 11.08.03 | Usability 


 

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...davon via Lufthansa. Danach habe ich sicher eine Menge zu erzählen: von beleidigten Top-50-Werbeagenturen (danke für den Job), abergläubischen Vorständen, holländischen Eyetracking-Systemen, energischen Schweizern mit Zitteraal (Flash) und ...
(24.08.2003 | 1:29)


Kommentare

Dem Artikel kann ich nur zustimmen. Meine Erfahrung zeigt mir daß Werbedesigner oft denken im Web genauso designen zu können wie auf Papier. Von unmöglichen Seitenformaten und Gestaltungen zu hochschwangeren Grafiken. Es wäre an der Zeit daß sich Werbegrafiker ein bischen mit Webgrafiken auseinandersetzen und einige Regeln des Webdesigns sich aneignen. Schon wäre das Programmiererleben viel einfacher.

lg
Tibor

http: Ghostway Network
visit my weblog: Ghostway Weblog

schrieb am 11.08.2003 | 17:23


Ja, Tibor, aber es geht mir nicht nur um allürenbehaftete Grafik-Design-Diven. Agenturen, die sich dieser Problematik bewusst sind, lassen ihre Grafiker ja glücklicherweise immer öfter schulen, wenn es um die Aufbereitung fürs Web geht.

Das Problem sind doch auch die Unternehmen, die es nicht besser wissen. Die davon ausgehen, dass das Web eine Sache des Marketings und der Werbung ist. Die Werbeagentur hat ja schließlich schon immer die Kommunikationsangelegenheiten betreut. Und die wäre ja schön blöd, wenn sie den Auftrag nicht annimmt. Bloß das Unternehmen schaut am Ende dumm aus der Wäsche.

Ein guter Klempner weiß genau, welches Werkzeug wo in seiner Werkzeugkiste steckt. Trotzdem sollte man ihn damit nicht den Motorschaden im Auto reparieren lassen. Nicht anders verhält es sich mit einer Werbeagentur: In ihrer Toolbox findet sie mit hoher Wahrscheinlichkeit exakt das Instrument, das ihrer Meinung nach (und in der Marketingwelt) passt. Deshalb ist es aber noch lange keine Lösung fürs Web, sondern fast immer mit ziemlicher Sicherheit eine (oftmals wenigstens hübsch anzusehende) Fahrkarte ins Datennirwana.

schrieb am 11.08.2003 | 22:17


Marcus,
ja, das stimmt alles, was du sagst, besonders hübsch fand ich die "Fahrkarte ins Datennirwana".
Mit einem Jahr sturem Warten konnte ich kürzlich eine Rechtsanwaltskanzlei davon überzeugen, dass die Fahrkarten bei mir auch nicht so teuer sind -- konkret: die Kommunikationsagentur, die zumindest ein annehmbares Logo und adäqautes Farbklima (dunkelblau...) definiert hat, darf nun das Web nict mehr machen, nachdem sie es mit hochgradig inkomtablem JavaScript und Clip-Art-2000-Navigationsbuttons verunstaltet hat. Zwei Introseiten. Als der Berater sich bei der Frage mit Frames und Suchmaschinen verhedderte, was die Kundschaft bemerkte und sich erinnerte vor einiger Zeit genau das Gegenteil von ihm gehört zu haben. Das war es dann im Anwaltsweb mit der Kommunikationsagentur im Web, nun soll ich.
Mir scheint, dass Anwälte als Seelenverwandte der Apotheker (sorry) haben das kaufmännische Talent zu erkennen, wo Geld einfach nur versickert. In der mittelständischen Industrie liegt immer noch furchtbar viel brach, weil die Werbeagentur, das Web "mit macht".

schrieb am 13.08.2003 | 0:58


 

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