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Word HTML

Kann Word eigentlich überhaupt etwas?

Gerade per E-Mail reingekommen: kleine ordinäre Tabelle in HTML zur Veröffentlichung auf einer Website. Die Tabelle hat nur fünf Spalten und 25 Reihen schwarz auf weiß. Beim Upload gewundert, warum die Datei so groß ist. In den Sourcecode geschaut. Aus dem Staunen nicht mehr rausgekommen: 36 (!) Bildschirmseiten Quelltext. Das kommt davon, wenn man in Microsoft Word eine Tabelle anlegt und sie anschließend als HTML abspeichert. Die Datei in Dreamweaver MX von Word-HTML säubern lassen:

  • 4 Meta-Tags entfernt
  • 101 Word XML-Instanzen entfernt
  • 120 Word [if...]'s entfernt
  • 60 leere Paragraphs entfernt
  • 89 Margin-Defines entfernt
  • 121 unbenötigte Inline-CSS entfernt
  • 475 Word "mso"-Styles entfernt
  • 170 Inline-Tabellen-CSS entfernt oder in HTML konvertiert
  • 1 ungebrauchte CSS-Style-Definition entfernt
  • Hintergrundfarbe auf #FFFFFF gesetzt

The first Microsoft product that doesn't suck will be a vacuum cleaner.

Marcus Völkel | 01.08.03 | Diverses 


 

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Kommentare

Ich habe das letztens vergeblich versucht und am Ende alles nochmal neu geschrieben. Der Dreamweaver hat zwar fleißig geputzt aber leider nur knapp die Hälfte des Mülls beseitigt.

Der Spruch am Ende ist Spitze!

schrieb am 01.08.2003 | 20:32


Klar, komplettes Neuschreiben war angesagt. Aber die Meldung war einfach zu klasse! Der Microsoft-Spruch ist übrigens nicht von mir; Credits kann ich leider auch keine vergeben, Google spuckt dazu unendlich viele Variationen aus. Aber er passt immer wieder!

schrieb Marcus Völkel am 01.08.2003 | 20:37


Mir hatte vor Jahren mal jemand seine Website in Word-Html ueberreicht zwecks Umgestaltung fuer ne entsprechende Homepage. Ich bin damals fast tot umgefallen als ich den ganzen Schrott im Quelltext gesehen habe, und das wird bis heute immer schlimmer geworden sein. Wenn ich sehe wie bei MS HTML-Quellcodes aussehen dann kann ich mir auch gut vorstellen wie die Quellcodes der dazugehoerigen Programme aussehen ;-)

schrieb am 01.08.2003 | 22:52


Au weia, Gerald, das mag man sich gar nicht vorstellen. Aber im Grunde erklärt das einiges. Zum Beispiel MS Office vX für OS X. Wir haben uns lange nicht mehr so sehr über hinausgeworfenes Geld geärgert. Ich glaube ja, dass hinter diesem definitiv nicht benutzbaren Vollschrott System und Absicht stecken. Aber das ist wieder ein anderes Thema.

schrieb am 01.08.2003 | 23:29


Das Elend fing schom mit DOS und den 80x86ern an. Ich hatte früher mal nen Amiga und habe auf 68000er CPUs gecodet. Das waren noch Zeiten. Als ich dann mal einen tiefen Blick in ein Buch zum 80286 geworfen hatte war mir schon klar dass das nicht gut enden konnte ;-) Und so nahmen Windoofs und die Intel CPUs mit all ihren Abwärtskompatibelitäten und sonstigen Krücken ihren unheilvollen Lauf. Die Programme explodierten förmlich, die Resourcen mussten mitziehen und jetzt haben wir den Salat. Was früher für ein ganzes Uni-Rechenzentrum gereicht hätte steht jetzt bei Hinz und Kunz unterm Schreibtisch und ist nur in einem wirklich schnell - im Absturz.

schrieb am 02.08.2003 | 0:03


Tja, Microsoft ist eben die einzige Firma, die es ,schafft gegen großzügige Entlohnung im Handumdrehen aus Gold Schei*e zu machen. Die Beispiele mit der Tabelle sind ja noch harmlos, wenn ich an die Kohorten von Kommilitonen denke, deren Seminararbeiten, Diplomarbeiten und Artikel mal eben über Nacht von Word&Co. gelöscht, unlesbar verwüstet oder schlicht nicht mehr geöffnet wurden.
Stellt Euch mal vor, Euer Auto würde morgens einfach nicht mehr starten, weil ihm der alte Schlüssel nicht mehr gefällt, die Bremsscheibe ein Sicherheitsloch hätte und und und.....
Wie lange werden sich die ganz normalen User das noch antun?
Und, viel interessanter: WARUM!!!!?????

schrieb am 02.08.2003 | 18:13


"Ich glaube ja, dass dahinter System und Absicht steckt." Ja, aus einer gewissen Perspektive könnte das zutreffen. Das, was Microsoft da anbietet, ist natürlich, wie unschwer zu erkennen, kein "HTML fürs Web"-Export. Der einzige für mich erkennbare Vorteil ist ja, dass diese "HTML"-Dateien ohne Verlust wieder importierbar sind. Es ist also ein XML-Austauschformat, um Dokumente ... und hier endet meine Theorie. Um Dokumente zwischen Word und Word auszutauschen?

schrieb am 02.08.2003 | 22:53


Thiemo, danke für deine Gedanken. Du hast mich da an etwas erinnert, und folgendes habe ich dazu gefunden: Eoin Campbell, Technical Director und Gründer der XML Workshop Ltd. in Irland, Maintaining accessible websites with Microsoft Word and XML:

"This talk discusses how XML can be used to help authors using Microsoft Word to create HTML pages that are fully WAI-compliant, thus lowering the cost and simplifying the task of making websites accessible to all citizens."

Campbell behauptet: "However, if styles are used properly in the [Microsoft Word] document, then the conversion process can be completely automated, and generate fully WAI-compliant output. [...] Word 2003 will have the capability to save as XML directly."

Vom selben Autor: Creating Accessible Online Content Using Microsoft Word

schrieb am 02.08.2003 | 23:23


Thiemo, meine Neugier hat gesiegt: "was Microsoft da anbietet, ist natürlich kein 'HTML fürs Web'-Export."

Doch ;-) Word bietet im Datei-Menü an: "Als Webseite speichern." Die anschließende Dateiendung lautet *.htm.

schrieb am 03.08.2003 | 0:07


"Die Beispiele mit der Tabelle sind ja noch harmlos, wenn ich an die Kohorten von Kommilitonen denke, deren Seminararbeiten, Diplomarbeiten und Artikel mal eben über Nacht von Word&Co. gelöscht, unlesbar verwüstet oder schlicht nicht mehr geöffnet wurden."
Tja, da würde ich mal sagen, selber schuld. Wer Word für was anderes als das "Mal-eben-schnell-einen-billigen-Flyer-Drucken" gebraucht oder gar daran denkt, halbe Bücher damit zu schreiben oder mathematische Formeln einzugeben, darf sich nicht über fehlenden Komfort beschweren …
Latex sei Dank!

schrieb am 05.08.2003 | 11:46


Korrekt.
Das Problem ist halt, dass jenseits der Informatik Microsofts Produkte der Standard sind. ("It ain't no valid document, if it ain't Microsoft!" - geflügeltes BWLer-Wort)
Ich habe mich auch längst zu LaTeX bekehren lassen, 's ist einfach schöner, schneller, besser, sicherer, :-))))
(geekiger auch, aber das nur nebenbei)

schrieb am 05.08.2003 | 12:47


Der Tip mit OpenOffice ist der richtige.
Konsequent wäre allerdings, für jeden Zweck das wirklich passende Werkzeug einzusetzen.
Welcher Kfz-Mechaniker käme auf die Idee, einen Hammer mit integriertem Diagnosecomputer und angedockter Senkwaage zu benutzen?????

schrieb am 05.08.2003 | 13:11


Marcus, mir kam sogar unter Linux/SuSE 8.0 mit 256 MB Ram der Eindruck KOffice liefe erheblich (!) langsamer als OpenOffice unter KDE 3.1.
Möglich natürlich, dass das nur bei mir so ist, aber ich wollt's mal vermerkt haben. OpenOffice ist übrigens im Gegensatz zu KOffice laut meinem Freund der Traum bei der Zusammenarbeit mit Windows Office …

… wovon träumen Office-User eigentlich?

schrieb am 06.08.2003 | 21:43


 

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