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web-blog.netUsability Inside.

Infofresser unterwegs

Nielsen: Why Google Makes People Leave Your Site Faster

Jakob NielsenIn seiner neuesten Kolumne erklärt Jakob Nielsen heute, warum sich Web-Surfer wie wilde Tiere verhalten: Informavores übersetze ich mal lapidar mit Infofresser. Google SERPs versehen dabei die einzelnen Ergebnisse mit dem Infoduft, den die Infofresser auf ihrer Jagd nach Infobeute schnuppern. Je besser die Beschreibung und der Linktext, umso stärker verströmt der Link dahinter seinen Duft: Komm, besuch mich! Bei mir gibt's lecker Happa Happa! Mit jedem darauf folgenden Klick muss der Infofresser das Gefühl haben, seine Beute zu schnappen. Sackt die Erfolgskurve ab oder wird der Duft schwächer, gibt der Besucher auf. Um die Ecke wartet schon der nächste Googlehupf...

Das fand ich ganz interessant vom Ansatz her; die Analogie ist nicht von der Hand zu weisen. Aber danach kommen so Weisheiten à la »lass den Esel die Möhre jagen«: Vermeide Werbetexte, mach klare Linktexte, verwende eine einfache Sprache, gib dem Surfer Feedback, lass Besucher nicht auf leere oder nicht existierende Seiten stoßen und so weiter. Ja, es wird immer schwieriger, neue und gleichzeitig interessante Themen aufzugreifen.

Essenz des Ganzen: Deine Website muss nicht nur eine leckere Möhre sein, sondern auch so aussehen. Danke, Jakob. Oder um es mit Mark Twain auszudrücken: Entschuldigen Sie, dass meine Ausführungen so lang geworden sind: Ich hatte keine Zeit.

Übrigens: Das Institut für Software-Ergonomie und Usability übersetzt regelmäßig Jakob Nielsens Artikel in Deutsch. Benachrichtigungs-Service bei neuen Veröffentlichungen inklusive.

Nachtrag: Niemandem sollte vorenthalten werden, was John S. Rhodes in seinem Webword-Weblog dazu schreibt:

»This dual strategy is the reason I recommend that you showcase sample content on the homepage (appear nutritious) and prominently display navigation and search features (demonstrate that users can easily find what they're looking for).« (Comments: The ideas in this Jakob Nielsen article are good but the writing is terrible. What was he smoking when he wrote it? By the way, this article continues a trend I've noticed. Information architects are talking more about usability and usability folks are talking more about information architecture. The marketing folks still seem to be outside this loop. Strange.)

Indeed.

Marcus Völkel | 30.06.03 | Usability 


 

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Kommentare

Genau :-) Auch das mit dem Wording ist noch nicht so glücklich, finde ich. "Informavore" hat nicht mal annähernd den gefräßigen Charakter wie beispielsweise Neezees information crunchie - da hört man die Möhren regelrecht krachen ;-)

Übrigens: Seit einer halben Stunde sinniere ich vergeblich über einen passenden title-Text für das schicke Foto. Das Jacket ist auf dem Originalbild royalblau (sic!); bei der Komprimierung hat es ein wenig gelitten. Wem ein schöner Text einfällt, möge ihn hier bitte posten oder ihn mir schicken. Dieses Bild schreit doch regelrecht nach einer Aussage wie "Informavores haben ein ausgeprägtes Möhrenbedürfnis", oder?

schrieb am 30.06.2003 | 20:11


 

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