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web-blog.netUsability Inside.

Web2.0 und Extreme Usability

Präsentation: XU/UX im agilen Entwicklungsprozess

Neulich habe ich bei einem Kunden einen launigen Kurzvortrag über »Extreme Usability« (XU) und User Experience (UX) in der agilen Web-Entwicklung gehalten. Die Präsentation, die ich dafür gebastelt habe, kann man sich jetzt als PDF (2,5 MB) oder Quicktime-Movie (2,8 MB) ansehen.

Rapid/Agile/Extreme Usability bedient sich (agilen Methoden nicht unähnlich) an bewährten Best-Practice-Beispielen. Das Gebiet ist sehr jung und es gibt noch nicht viel darüber zu lesen. Der Begriff entstand aus der Kombination von Usability und Extreme Programming (XP). XU beschreibt ein Verfahren, das Usability und verwandte Methoden in iterativ-agile Entwicklungsprozesse integriert. Usabiliteers werden dabei in die beteiligten Teams nach Art des Extreme Programming (XP) eingebunden; sprich fachübergreifend, interdisziplinär werden alle Beteiligten in alle Prozesse involviert.

Ich weiß nicht, inwieweit die Präsentation verständlich ist für jemanden, der nicht anwesend war, da einige Folien ohne Audiospur doch etwas aus dem Zusammenhang gerissen wirken könnten. Der englische Text (eventuell bald auch auf deutsch) ist kurz, einfach und leicht verdaulich. Die Entwickler bei diesem Kunden kommen aus der Agile-Development-Ecke und arbeiten an einigen Web2.0-Projekten. Nun wird überlegt, wie Usability und echte User in agile Prozesse integriert werden können. Wie iterative Usability-Tests alltagstauglich und bezahlbar und extern und schnell durchgeführt werden können. Der Vortrag gibt darauf keine pauschale Antwort, sondern zeigt mögliche und pragmatische Lösungswege aus dem theoretischen und akademischen Teufelskreis: Als Praktiker und Usabiliteer meine ich, man muss kein Methoden-Know-how haben, um sie penibel einzuhalten, sondern um beurteilen zu können, wann und wo man den methodisch vorgezeichneten Weg verlässt. Tiefes Methodenwissen hilft natürlich ungemein dabei, nicht unstrukturiert vorzugehen und organisatorische Fehler sowie konzeptionelle Unsicherheiten zu vermeiden.

Fernab traditioneller Methoden und Normen (in dem Zusammenhang drängt sich ISO 13407 förmlich auf, wobei sich XU mehr als Philosophie denn Verfahren darstellt) verlangt Usability2.0 schließlich nach nutzerzentrierten Ansätzen, die die Anforderungen berücksichtigen, welche neue Technologien und Produkte ihren Anwendern abverlangen: Technologies change, so do users. »Extreme Usability« schließt mit der intensiven Einbeziehung echter Nutzer die Lücke der »unbekannten Variable« im agilen Entwicklungsprozess.

Marcus Völkel | 03.07.06 | Usability 


 

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Kommentare

Sehr schön gemacht und sehr interessant.

'Aus der Branche' kommend finde ich die Präsentation aber zu aufgedonnert, zu sehr auf modische Schlagworte fixiert (aber vielleicht braucht der betreffende Kunde das ja).

Und da wir beim Thema Usability sind: die hört bei den Zuhörern / -sehern von solchen Präsentationen nicht auf: 55 Folien! Mannomann. Da kann man nur hoffen, das sowas nicht per Tagesatz, sondern per Foliensatz bezahlt wird... ;-)

Ich habe mir letztens bei einer Präsentation Guy Kawasakis 10/20/30-Regel zu Herzen genommen. Auch wenn man glaubt, man kann nicht alles auf 10 Folien sagen, es geht. Und die User danken es einem.

Immerhin, die Punkt-Größe stimmt in Deiner Präsentation ;-)

Trotzdem Dank für den interessanten Einblick in die 'Werkstatt'

schrieb Stefan Voigt am 03.07.2006 | 16:53


Stefan, danke für's Feedback! »85% Buzzword Compliance« sollten schon drin sein bei dem Thema ;) Nein, stimmt schon, ist eine Schwäche von mir. Zu den Folien: In Wirklichkeit sind es nur 20; der Rest wurde beim PDF-Export draufgeschlagen (ich hab' die Präsentation mit Keynote gemacht). Es zappelt zwar viel rum (für die Aufmerksamkeit), aber es gibt so wenig Text, dass man auch zuhört.

Die 10/20/30-Regel finde ich am praktikabelsten; Guy Kawasaki ist zudem auch so ein angenehmer Ich-setz-mich-jetzt-mal-zu-euch-und-erzähl-euch-was-Typ, der im Grunde gar keine Folien braucht. Ist auch eine Frage des Rednercharakters und des Kontexts. Lawrence Lessigs oder Dick Hardts Hunderte Folien in 15 Minuten haben mich auch sehr beeindruckt.

schrieb Marcus Völkel am 03.07.2006 | 17:13


Hallo Marcus,

sehr schöne Präsentation, ist aber eher für junge Kunden nehme ich mal an.
Ansonsten finde ich persönlich Eye-Tracking eine gute Sache. Dadurch kann man viel über das Kundenverhalten und Stärke/Schwächen der eigenen Internetseite rausfinden.

schrieb Eugen Bunen am 12.07.2006 | 13:20


Hallo Eugen,

selbstredend ist Eyetracking eine prima Sache ;) Aber gerade das Kundenverhalten kann man mit Eyetracking als Einzelmethode kaum untersuchen. Eine ET-Heatmap alleine (sprich: zusammenhanglos ohne Blickverläufe und außerhalb jeglichen Nutzungskontexts) hat null Aussagekraft; darüber hatte ich bei der Folie »Don't believe the Hype« gesprochen. ET liefert lediglich Daten darüber, was Personen sehen bzw. eben nicht sehen. Wirklich spannend wird ET erst in Kombination mit beispielsweise qualitativen Methoden, die die User Experience und das User-Verhalten untersuchen.

schrieb Marcus Völkel am 12.07.2006 | 13:36


 

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