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Usability2.0 für Webride.org

Webride ist das Web2.0-Upgrade für jede Website.

Zu den spannendsten und intelligentesten Web2.0-Applikationen der letzten Zeit gehört in meinen Augen Webride – Discuss the Web. Webride (Public Beta seit drei Wochen) kombiniert den Foren- und Kommentargedanken mit High-Class-Tagging: Jede denkbare Webseite wie beispielsweise ein Blogposting, ein Newsartikel oder eine statische Webpage lässt sich mittels Webride in einen Frame auf der rechten Bildschirmseite einbinden und auf der linken Seite kommentieren und taggen. Und nicht nur das: Websitebetreiber können Webride mit drei Zeilen Code auch selbst einbinden, so dass nicht nur direkt auf der Webseite diskutiert werden kann, sondern simultan auch in der Webride-Community. Zugespitzt könnte man also formulieren: Webride ist das Web2.0-Upgrade für jede Website.

Beispielszenarien sind vielfältig: Man kann mehr Leser und somit mehr Diskussionsvielfalt erreichen, indem man seine Kommentare auch der Webride-Community öffnet. Man kann Kommentare in Webseiten einbinden, die keine offenen Feedbackmöglichkeiten bieten. Entwickler oder Designer können sich in frühen Phasen austauschen und Feedback erhalten. Der Hit bei all den Kommentaren ist natürlich, dass man an einer einzigen Stelle über all seine Kommentare und Diskussionen den Überblick behält.

Ausprobieren? Einfach diesen Beitrag in Webride öffnen, und schon kommentiert der geneigte Leser nicht mehr nur in einer »quasi-geschlossenen« Umgebung.

Webride ist natürlich auch Social Web und Network Community. Man kann nicht nur sehen, wer ähnliche Interessen hat, ähnlich gut aussieht, ähnlich intelligent ist und ähnliche Tags wie man selbst setzt, man kann auch festlegen, wen man gar nicht mag, weil er/sie beispielsweise besser aussieht oder intelligenter ist ;)

Usability: Eyetracking für Webride

Und die Usability? Das Interface ist mächtig AJAXified und dürfte dabei den derzeitigen State-of-the-Art abbilden. Mit der Usability hapert es an einigen Stellen ein wenig, und das Design steht noch am Anfang. Ein kleines, talentiertes Team (Arash Yalpani hat eine Menge Softwareprojekte auf dem Zettel, Prix-Ars-Electronica-Preisträger Oliver Specht spezialisiert sich auf Communities) hat sich ein halbes Jahr an die Entwicklung von Webride gesetzt, und es ist noch kein Ende in Sicht: »Usability first. We spend more than 50% of our development time on examining and testing the user experience and repeatedly revising implementation until we meet user expectations. There's a lot of room for improvement.«

Stichwort User Experience und User Centered Design, hier komme ich mit scoreberlin ins Spiel, denn Webride setzt auf »Extreme Usability Testing« (XU). Neben Nutzerbefragungen in unserem Usability-Lab testen wir das Webride-Interface, neue Designs und Prozesse mittels Eyetracking und erarbeiten Optimierungsmöglichkeiten. In After-Test-Workshops diskutieren wir die gewonnenen Erkenntnisse und Ergebnisse und setzen sie direkt um.

Unser Plan ist es, den kompletten Prozess zu dokumentieren. Einen Teil der Ergebnisse, insbesondere die Blickverläufe, Heatmaps, einige Videos und Workshop-Scribbles stellen wir zeitnah im Webride-Blog online und stellen sie dort zur Diskussion. In den kommenden Tagen beginnen wir mit der Startseite und dem Registrierungsprozess (Signup). Ich hoffe, dass das für einige Leser genauso spannend wird wie für uns!


Blickverläufe (Scanpaths) während der 15-sekündigen Erstkontaktphase (worum geht es hier?) und während des Registrierungsversuchs. Obwohl auf der Intro-Seite gleich viermal ein Signup-Link auftaucht, wird er erst nach 45 Sekunden und fast 80 Fixationen gefunden. (Bilder zum Vergrößern anklicken.)


Heatmaps während der Erstkontaktphase und des Registrierungsversuchs. (Bilder zum Vergrößern anklicken.)

Eyetracking-Videos ansehen

Signup-Prozess, 45 Sekunden:

Scanpath-Video 45 Sekunden Registrierungsversuch (Quicktime, 4,45 MB).


Erstkontakt, 15 Sekunden Überblick:

Scanpath-Video 15 Sekunden Erstkontakt (Quicktime, 2,23 MB).

Was ist Eyetracking?
Seinen Ursprung hat das Eyetracking in der Blickbewegungsforschung. Aus kognitionspsychologischer Sicht bildet sie Zusammenhänge zwischen Augenbewegungen und neurologischen Verarbeitungsprozessen. Spezielle Infrarot-Videokameras erfassen die Augen und ermitteln ihre Blickbewegungspositionen. Aus den gewonnenen Daten können konkrete und objektive Rückschlüsse über Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und Informationsverarbeitung gezogen werden. Im Praxisalltag ergänzen aussagekräftige Eyetracking-Methoden den klassischen Usability-Test.

Was ist ein Scanpath?
Der Blickverlauf (Scanpath) ist eine Serie aus Fixationen und Sakkaden (der Sprung von einer Fixation zur nächsten). Während einer Fixation nimmt der Proband das Gesehene wahr (Aufmerksamkeitsfokus, Informationsverarbeitung). Der Blickverlauf steht in direktem Zusammenhang mit der Aufmerksamkeitsverteilung. Er wird in Form von Linien (Sakkaden) und Kreisen (Fixationen) visualisiert. Je größer der Kreis, umso länger die Fixation. Der Verlauf von einer Fixation zur nächsten (Sakkade) wird mittels einer Linie dargestellt. Die Anzahl der Fixationen und ihre Reihenfolge in Kombination mit der Sakkadendauer lässt Rückschlüsse auf die kognitive Verarbeitung und somit auf die Usability zu.

Was ist eine Heatmap?
Eine Heatmap visualisiert die Blickdichte eines Blickverlaufs von Probanden. Das Ausgangs- bzw. Stimulusmaterial wird im Ergebnis durch eine Ebene überlagert (Gaze Overlay), die die prozentuale Aufmerksamkeitsdichte grafisch veranschaulicht. Rote Bereiche haben dabei intensivste Aufmerksamkeit erhalten, gelbe weniger, grüne am wenigsten. Graue Bereiche wurden gar nicht beachtet. In Kombination mit den Scanpaths sieht man auf einen Blick, was die Nutzer wirklich wahrgenommen, gesehen, gelesen oder ignoriert haben. Designentscheidungen, Änderungen und Trends können so auf Basis objektiver Daten abgeleitet werden.

Marcus Völkel | 20.06.06 | Usability 


 

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Usability2.0 for Webride.org
As stated on our site, Webride is working hard on usability issues. Today, we are happy to announce a partnership with the usability experts from scoreberlin. scoreberlin will use eyetracking methods to test the user experience on Webride.org
Webride Blog (20.06.2006 | 15:33)


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...gehört zur Reihe »Usability2.0 für Webride.org«. Weitere Beiträge aus dieser Reihe:Usability2.0 für Webride.orgUsability2.0 for WebrideEyetracking und Web2.0-Usability Marcus Völkel | 25.06.06 | Usability | Trackbacks: 0 | Kommentare: ...
(25.06.2006 | 13:31)


Kommentare

sehr spannende videos. freu mich auf die nächsten. ich bin übrigens kw28 in berlin und ruf dich an!

schrieb hannes am 22.06.2006 | 10:05


Have you seen clickdensity? Draws graphical heatmaps but for your whole user based giving an immediate insight into user behaviour and Usability.

www.clickdensity.com

schrieb Matt am 31.07.2006 | 12:49


 

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