Zum Verständnis: Sitemap
Sitemap, Home, Homepage sind irreführende Begriffe.
Vor Ewigkeiten (2001) führten die Argonauten in Zusammenarbeit mit Webmiles eine Wording-Studie durch, die sie »Klartext« nannten. Weniger als die Hälfte der befragten Personen kannte damals den Begriff »Sitemap«.
Nicht repräsentativer Reality-Check 2006: Von den letzten knapp 150 Berliner Probanden, die wir befragten, sagten weniger als 45 Prozent, dass sie den Begriff »Sitemap« kennen. Hier ihre häufigsten Antworten auf die Nachfrage, was eine Sitemap sei:
- Ein Inhaltsverzeichnis.
- Eine Seite über den Inhalt.
- Die horizontale Linkleiste.
- Die Navigation.
- Die Suchergebnisse.
Unterhalb der Top-5-Antworten: Die Begriffe »Home« und »Homepage« verstehen noch weniger richtig (auch wenn sie wesentlich bekannter sind). Und »Navigation« ist auch wieder ein Thema für sich...
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WochenBits 16
Marcus Völkel (Usability Inside) schreibt zum Verständnis der Sitemap und fasst (überraschende) Ergebnisse einer kleinen Studie zusammen. .rcss Templates stellen eine Möglichkeit dar, Stylesheets nach Benutzereinstellungen dynamisch zu erzeugen. Mi...
WebdevBits (21.04.2006 | 10:05)
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(10.06.2006 | 23:23)
Kommentare
Die spannende Frage dazu ist: wurden andere Bezeichnungen für die Funktion "Sitemap" getestet und wenn ja: welche Bezeichnung war die beste?
Kai, zwei Dinge:
1.) Diese Probanden wurden u.a. zum Begriff Sitemap im Vorfeld zu unterschiedlichen Tests befragt (Pretest-Interviews). Dabei ergaben sich obige Zahlen.
2.) Im schemaorientierten Vergleichs-Szenario haben wir Sitemap-Links nur selten getestet (Variationen mit den Begriffen Sitemap, Inhalt, Inhaltsverzeichnis, Übersicht). Dabei schnitt Sitemap jedoch immer ganz miserabel versus Inhaltsverzeichnis versus Inhalt ab (hauptsächlich Probanden mit durchschnittlicher Internet-Erfahrung, vor allem B2C-Angebote).
Das ist natürlich weder besonders aussagekräftig noch repräsentativ. Aber die Tendenz ist in meinen Augen ziemlich klar ;) »Inhalt« spricht ein Orientierungsschema an; Durchschnitts-User haben offenbar ein mentales Modell von »Inhalt«. Von »Sitemap« haben sie es nicht.
Wenn ich Dich richtig verstanden habe, ist "Inhalt" besser als "Inhaltsübersicht" besser als "Sitemap"..?
Ich schwanke immer zwischen den beiden ersteren. "Inhalt" ist knapper, prägnanter, aber evt. auch mißverständlich - es könnte ja auch der Link zum Inhalt der aktuellen Seite gemeint sein. Gerade in Kombination mit einem Barrierefreiheits-Sprungmenü ist das möglicherweise problematisch.
"Inhaltsübersicht" ist hingegen eindeutig, aber etwas lang...
Ja, du hast mich richtig verstanden ;) Ich teile exakt deine Überlegungen - und halte die Bedenken auch für einen Klassiker. »Inhalt« ist schön kurz; wenn der Begriff als Link im Kontext mit weiteren »globalen« bzw. siteübergreifenden Links eingebettet wird (Kontakt, Inhalt, Suche o.ä.), sollte er recht eindeutig verständlich sein.
Auch ein Sprungmenü soll ja konkret und überschneidungsfrei sein; hier finde ich beispielsweise »Zum Haupttext« wesentlich aussagekräftiger als »Inhalt« oder »Zum Seiteninhalt«.
Sitemap ist in meinen Augen eine Relikt - sowohl der Begriff bzw. das Wording als auch die dahinterstehende Funktion.
Als vor 10, 12 Jahren auch Unternehmen langsam begannen, das Web zu entdecken und in ihre Kommunikationsbemühungen einbezogen, wurden oft (auch ungeschriebene) "goldene Regeln" befolgt, den eigenen Internetauftritt erfolgreich zu machen. Dazu gehörte eben auch, eine "Sitemap" anzubieten. Leider gab es schon damals keine Übersetzung, die sich im Sprachgebrauch druchgesetzt hat.
Jedenfalls gab es auf vielen Websites den Link zur Sitemap. Mal in der Hauptnavigation, mal in der Fußzeile, mal auch nur als Hilfslink in der berüchtigten "Expertensuche".
Inzwischen sind Sitemaps im eigentlichen Sinn des Wortes fast unmöglich zu realiseiren (ok, technisch ginge es, bezahlen will es keiner). Durch CMS Systeme und (pseudo-)personalisierten Seiten werden Inhalte mehrmals verwendet, ein- oder ausgeblendet oder sind kampagnenbezogen nur für bestimmte Zeiten sichtbar.
Eine echte Sitemap hilft dem User, der eine Inhaltsübersicht benötigt dann auch nicht weiter.
Warum gibts die Sitemaps dann noch?
Zwei wesentliche Gründe:
a) Der Auftraggeber will sie. Nicht lachen: in einigen Pflichtenheften von Auftraggebern steht der Punkt immer noch drin - und nicht jeder Kunde ist beratungswillig. Schließlich wird mit dieser Forderung Medienkompetenz und Fachwissen demonstriert.
b) Die Wordings der Rubriken und Navigationen sind so gewählt, dass der User daraus nicht zweifelsfrei erkennt, welche Inhalte sich in einer Rubrik verbergen. Das wiederum kann soviele Gründe haben, dass ich es hier nicht weiter aufzählen will.
Meine These: Wenn die Navigationsstruktur stimmt und das Wordings gut gewählt ist, benötigt man auch keine Sitemap/Inhaltsübersicht-Funktion.
Danke für deine ausführlichen und spannenden Gedanken, Henning. Ich stimme ihnen aber nicht ganz zu. Denn wie so oft kommt es auch hier wieder mal drauf an.
Ich stimme dir zu, solange es um Sites mit übersichtlichen Inhalten oder scharfem Fokus geht. Wenn die Informationsarchitektur/-struktur hier stimmt, finden sich Nutzer auch schnell zurecht. Anders sieht das auf sehr inhaltsreichen Sites aus, z.B. Konzern-Auftritte mit unscharfem Fokus und einer Menge Politik im Haus (hier Unternehmensprofil, dort Investor Relations, da Marken, drüben Produkte, hinten Recruiting, links Intranet, rechts Shop und oben Presseportal). Im günstigsten Fall stimmen da schon die Wordings. Wenn nicht, dann viel Spaß mit den Beratungsunwilligen ;)
Meiner Meinung nach kann eine Sitemap (die zumindest die Struktur und Grundinhalte abbildet) in Kombination mit einer guten Suche gerade inhaltsreiche Sites sehr nutzerfreundlich machen. Und nicht zuletzt (das würde ich bei deiner ansonsten korrekten These als weichen Faktor berücksichtigen): Die beiden Funktionen kommunizieren ja auch (schon durch ihr Vorhandensein) Nutzerorientierung à la »wir geben dir Hilfe und Support«.
Warum muss immer alles mit einem einzigen, möglichst hippem Schlagwort bezeichnet werde? Branding, Branding, Branding.
Wie wäre es mit einem "Wo finde ich hier was?"-Link?
Ich verstehe jetzt nicht, was die Begriffe Inhalt, Inhaltsverzeichnis oder Sitemap mit Branding zu tun haben sollen ;)
»Wo finde ich hier was?« als Linktext anstelle von »Inhalt« finde ich unglücklich. Je nach Sitekontext könnte man die Frage aber in den title-Text packen.
Man denke auch an Suchmaschinen, welche "Sitemaps", also Links zu allen Seiten einer Website, absolut lieben. Bei sehr größen Sites sollte man halt überegen, bis zu welcher Tiefe es sinnvoll erscheint, auch "Teil"-Sitemaps wären vorstellbar.
@Marcus: ich bekomme ständig Hinweise, dass auf irgendwelchen uralten Beiträge jemand geantwortet hätte, was gar nicht stimmt. Bitte erlöse mich von dem Spam ... danke!
Hi Achim, dabei handelt es sich um Kommentar-Benachrichtigungen. Da es sich tatsächlich um Spamkommentare handelt, wandern die Kommentare jedoch direkt in den Müll. Am Ende der Mail steht so ein Austragungslink; der sollte weiterhelfen. Und ich schau mal heute abend in den pMachine-Prefs, ob ich was dagegen unternehmen kann...
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