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Eine Welt ohne Gesichter

Zwei Millionen Deutsche können keine Gesichter erkennen.

Neben sehschwachen, seh-, farben- und nachtblinden gibt es noch Menschen, die sich selbst als »gesichtsblind« bezeichnen: Prosopagnostiker können zwar sehen, aber Gesichter nicht als fremdes oder bekanntes Antlitz erkennen. Erst die Stimme schenkt Aufschluss darüber, wer das Gegenüber ist.

Der Prosopagnosie-Experte Dr. Thomas Grüter schätzt den Anteil der »Gesichtsblinden« auf erhebliche zwei Millionen Menschen. Der Verlust an Lebensqualität kann schnell zu sozialer Isolation führen. Selbst enge Verwandte werden nur an der Stimme oder anderen auffälligen Eigenheiten erkannt.

Laut Grüter ist es gar nicht unwahrscheinlich, dass wir in unserem Bekanntenkreis Prosopagnostiker haben, ohne es zu wissen: Vielleicht ist der Bekannte weder zerstreut noch arrogant, der gerade eben auf der Straße an uns vorbeigelaufen ist, ohne uns zu grüßen.

Gerald Traufetter (Spiegel Online):
Welt voller Fremder

Dr. Thomas Grüter, Herausgeber von
prosopagnosie.de

Klarer Blick, klare Botschaft: Neurologen erklären jetzt in »Science«, warum der direkte Blickkontakt so wichtig ist. Alexander Stirn (Spiegel Online):
Erst Blicke verraten die Stimmung.

Marcus Völkel | 11.06.03 | Accessibility 


 

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