Britta D., ***art, Plagiatorin
***art klaut Texte, Grafiken und Sourcecode bei denkwerk, scoreberlin, Schlund und anderen
Nachtrag: Heute morgen (03.02.05) erreichte mich folgende Stellungnahme und Entschuldigung der Inhaberin Britta D. per E-Mail. Ich nehme die Entschuldigung gerne an. Vor allem aus Gründen kollegialer Fairness mache ich auch in diesem Fall die Namen wieder unkenntlich.
Als ich heute abend von einem Seminar zurück kam, hat mich der Schlag getroffen. Von meinem Mann erfuhr ich von den Aufdeckungen des Herrn Völkel von der scoreberlin GmbH. Mein Mann hat aufgrund der Geschehnisse in unserem Hause die Seite sofort aus dem Netz genommen. Nach eingehender Prüfung konnte er nicht anders, als die Vorwürfe gegen unsere Präsenz in der Version 22 bestätigen.
Die Seite wurde in dieser Form Mitte Dezember von einem unserer freien Mitarbeiter erstellt. Dieser bot sich an, der Seite sowohl gestalterisch wie auch textlich einen Feinschliff zu verpassen. Eigentlich hatte sich der Mitarbeiter als erfahrener Online-Redakteur angepriesen. Worin seine eigentlichen Fähigkeiten lagen, hat sich ja nun auf recht unerfreuliche Weise, nicht zuletzt dank des wachsamen Auges des Herrn Völkels, herausgestellt. Gipfel der Geschichte war zu alledem der Vertuschungsversuch des Mitarbeiters, der Herrn Völkel in unserem Namen versuchte, Erklärungen zu geben.
Wir haben uns mit sofortiger Wirkung von unserem Mitarbeiter getrennt. Wir bedauern diesen Vorfall zutiefst, da auch wir ein faires Business für sehr wichtig halten.
Wir möchten uns an dieser Stelle bei den betroffenen Firmen für diesen Eklat entschuldigen und garantieren Ihnen, das unser Haus kein Plagiat mehr verlässt, sowie es nie in unserer Absicht lag, ein solches zu erstellen.
Hier der ursprüngliche Beitrag, nun in entschärfter Version:
In guter alter Tradition schrieb ich vorhin an die ***art-Inhaberin:
Guten Tag Frau Britta D.,
schöne Website. Aber ist es Ihnen nicht peinlich, für eigene Dienstleistungen mit fremden (ich möchte sagen zusammengeklauten) Inhalten zu werben?
Mit freundlichem Gruß
Marcus Völkel, Berlin
Ein Blick in den Quellcode fördert ein »Hand kodiert von ***art webdesign« zutage. Sollte wohl heißen: »Hand kopiert von ***art webdesign«.
Zur Erläuterung: Texte, Grafiken, Formulare und Quellcode hat man bei ***art geklaut von: scoreberlin GmbH, denkwerk GmbH, Schlund+Partner AG, netzkonzept und wirklich vielen anderen, darunter auch Texte von lang nicht mehr gelesenen Kollegen (Copyscape lässt grüßen). An den Texten von denkwerk und scoreberlin hat man offensichtlich besonders Gefallen gefunden. Was mir in letzterem Fall bitter aufstößt, da ich sie selbst verfasst habe.
Jede Seite eine Überraschung: Ganz gleich, welche ***art-Seite man in Copyscape eingibt, irgendein älteres Original findet sich immer. Wie das wohl die Kunden finden?
***art: Spitzenkunst. So heißt es auch in den Rechtlichen Hinweisen: »Jede Verwertung der Inhalte und Grafiken auf dieser Homepage außerhalb der Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ohne Zustimmung von ***art webdesign ist unzulässig und strafbar.« Ach. Das nenne ich wahre Netz- und Medienkompetenz. Dummdreist ist es, wir sind uns da einig, komplette Web-Inhalte zu kopieren und sie als eigene auszugeben. Noch dreister ist es allerdings, den Großteil seiner Inhalte aus so vielen verschiedenen Quellen wie hier zusammenzuklauen – Texte, Grafiken, Formulare und Quellcode.
Und dann ist man auch noch stolz darauf, mit dieser zusammengeschusterten Website unter die letzten 23 im BIENE-Award gekommen zu sein. Schade eigentlich, dass es nicht zu einer BIENE gereicht hat. Vielen Dank auf jeden Fall an die (wenn auch nachträglichen) sachdienlichen Hinweise von dort. Und an Copyscape fürs Caching.
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...ein Erlebnis, welches irgendwie ganz gut zu den Einträgen zum Thema Contentklau bei Marcus und Melody passt.
Heute Morgen kam einer unserer freien Mitarbeiter zu mir und fragte, ob ich ihm eine Installations-CD für MS Office für OS X geben könne. Da ...
(31.01.2005 | 17:10)
Kommentare
"Und dann ist man auch noch stolz darauf, mit dieser zusammengeschusterten Website unter die letzten 23 im BIENE-Award gekommen zu sein."
Bin ich blöd? Ich finde die Seite nicht unter den Biene Finalisten.
http://www.einfach-fuer-alle.de/award2004/shortlist/
Stimmt, jetzt fällt es mir auch auf: Es handelt sich um die Stephanus-Schule. Auf den ***art-Seiten befinden sich BIENE-Finalist-Bapperl; daher der Rückschluss.
Wobei der BIENE-Aufkleber auf der Seite eines der wenigen Dinge ist, die tatsächlich selbstgemacht sind - von den Veranstaltern gab's nie einen solchen Button für angebliche Finalisten...
So sehr einen das auch ärgert, aber muss es sein dass man hier gleich so ein outing betreibt? das hätte es auch noch nach der antwort der dame getan, oder? find ich blöden stil obwohl du recht hast.
Ralf, du kannst es natürlich nicht wissen, aber die Antwort (die ich hier nicht veröffentlicht habe) hat dem Ganzen ja erst die Krone aufgesetzt. Der Stil mag blöd sein, aber das »Outing« ist in diesem Fall angebracht.
Meine Inhalte sind mehrere Dutzend Male geklaut worden (ich meine keine Weblog-Texte, die unter der CC-Lizenz stehen). Ich finde das nicht okay. Ich habe keine Lust mehr, in solchen Fällen höflich zu sein. Wirklich sauer stößt mir das aber immer dann auf, wenn jemand anderes damit Geld verdient (und womöglich MIR unterstellt, ICH hätte die Texte ja von ihm klauen können; siehe »rechtliche Hinweise«). Vor allem Menschen, die im Web arbeiten, sollten es ja nun wirklich besser wissen, wie Olaf richtig schreibt.
Klauen, nicht nur im Business, das ist schlechter Stil. Das macht man einfach nicht. Und über die Konsequenzen seines Handelns sollte man sich vorher schon bewusst sein, meine ich. Internet ist eben nicht für alle kostenlos. Und es nervt einfach, dass die Bestohlenen sich dabei auch noch ruhig verhalten sollen (und womöglich sogar die Bösen sind, weil sie ihren Anwalt zu Hilfe holen).
Interessant ist auch die Unternehmensbroschüre, die als PDF vorliegt: "Barrierefreiheit (= behindertengerecht)". Ich bin nicht körperlich behindert, freue mich aber auch über die Vorteile der Barrierefreiheit.
Ach ja, bei diesen Texten würde ich mich nicht mit der Verwendung von "einfacher Sprache" brüsten.
Schön, dass sich die Angelegenheit doch noch gütlich regeln ließ bzw. in Wohlgefallen aufgelöst hat.
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