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Diekmanns neue Binsenweisheiten

Just some Quotes: Qualität kommt von quälen.

Das Motto des BILDblog:

Was heute in der »Bild«-Zeitung steht, steht morgen überall. Vielleicht sollte man sich also mal genauer anschauen, was sie schreibt. Die kleinen Merkwürdigkeiten und das große Schlimme.

Matthias Müller von Blumencron, Chefredakteur von Spiegel Online, im Interview mit Thomas Mrazek auf onlinejournalismus.de über Weblogs:

Aber heutzutage muss eben alles Blog heißen. Dazu kommt, dass 99 Prozent der Blogs einfach nur Müll oder zumindest journalistisch einfach nicht relevant sind. Es handelt sich um eine interessante Entwicklung, die aber den Journalismus nicht grundsätzlich verändern wird.

Nicole Simon in Markus Breuers notizen kommentiert:

Selbstverständlich wird es das. Es wird ihn mindestens dahin verändern, daß Journalisten wieder sauberer arbeiten müssen und besser recherchieren müssen, denn sonst bekommen sie es postwendend um die Ohren gehauen.

Kai Diekmann, Chefredakteur der BILD-Wir-schreiben-was-alle-schreiben-Zeitung, in einem offenen Brief an seine Mitarbeiter:

Gerade weil wir journalistischer Schrittmacher und Marktführer sind, werden wir sehr genau und kritisch beobachtet. Und deshalb müssen wir uns selbst und unsere Performance jeden Tag kritisch überprüfen. [...] Wer sich bei heiklen Themen auf andere verläßt und keine eigenen Recherchen anstellt, paßt nicht zu uns. Übergeigte Überschriften, die vom Text nicht gehalten werden, haben in BILD nichts zu suchen. Texte, die man nicht versteht, Bildunterschriften, die lieblos hingerotzt werden, machen unsere Zeitung kaputt. Wer bei anderen abschreibt und dabei nicht mal in der Lage ist, Namen oder Fakten richtig abzuschreiben, gehört nicht zu BILD!

Was ich Ihnen hier beispielhaft sage, sind eigentlich selbstverständliche Standards. [...] Deshalb gilt bei der Beachtung unserer journalistischen Standards künftig: Null Toleranz! Qualität kommt von quälen. Und das erwarte ich von uns. Jeden Tag, immer wieder.

Übrigens: Seit Kai Diekmann BILD-Chef ist, ist die abverkaufte Auflage um eine knappe halbe Million gesunken.

Marcus Völkel | 06.11.04 | Netzwelt 


 

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