Open Source braucht Usability
Neue Artikel-Serie im LinuxUser-Magazin

Im LinuxUser-Magazin beginnt mit Ausgabe 03/2004 eine monatliche Artikel-Serie zum Thema »Open Source Usability«. Die beiden Autoren sind Jutta Horstmann und Jan Mühlig. Das Heft mit dem Artikel gibt's im besser ausgestatteten Kiosk des Vertrauens oder zum Sofortlesen und Ausdrucken in der Online-Ausgabe.
Berliner Usabiliteers kennen Mühlig vor allem als Vorstand der relevantive AG und als Initiator des hiesigen gcUPA-Usability-Stammtisches, während die Karlsruherin Jutta Horstmann im letzten Sommer mit einer vieldiskutierten Linux-Usability-Studie auf sich aufmerksam gemacht hat: Open Source braucht Open Usability.
Die Artikelserie scheint sehr spannend und sehr lesenswert zu werden. Im ersten Beitrag werfen die Autoren die Frage auf, inwieweit Linux benutzerfreundlich sein muss, um erfolgreich zu sein. Denn mit der stetig wachsenden Anzahl neuer Linux-Nutzer wird die »Zielgruppe« für die Entwickler immer schwammiger und undurchschaubarer: Man kennt sie nicht, man versteht sie nicht.
Die schiere Masse dieser neuen Linux-Nutzer auf der einen Seite und ihre extreme Unähnlichkeit zu den bisherigen Nutzern (und natürlich Entwicklern!) freier Software auf der anderen Seite bringt die Frage auf die Tagesordnung: »Muss Linux benutzerfreundlich sein?« Das heißt: Soll die Qualität einer Anwendung nicht mehr (nur) an der Qualität ihres Codes gemessen werden, sondern daran, wie einfach gerade unerfahrene Benutzer mit ihr zurecht kommen?
Eine Lösung, so der Artikel, wäre die intensivere Integration von Usability-Experten in die Entwickler-Community, wie schon im Gnome-, LUTE- oder KDE-Usability-Project geschehen: Open Usability eben. Matthias Müller-Prove stellt auf seiner Website lesenswerte Informationen über die Einbindung des Star Office User Experience Teams bei SUN Microsystems zur Verfügung: Professional Usability in Open Source Projects: GNOME, OpenOffice.org, NetBeans.
Sehr schön zum Thema passt auch das Interview, das ich letzte Woche der Computerzeitung über Software und ihre Usability-Probleme gegeben habe. U.a. behauptete ich dort, dass Usability mittlerweile zu einem der stärksten Akzeptanz- und Erfolgsfaktoren geworden ist: Die Open Source-Bewegung ist letzten Endes immer stärker daran interessiert, dass ihre Software weit verbreitet und genutzt wird. Mehr dazu demnächst!
Trackbacks
Trackback-URI für diesen Eintrag:
http://www.web-blog.net/pingserver.php?p=tb&id=123
Trackbacks:
Linux und Usability
Nachdem alle große deutschen Computer-Magazine Linux auch als Desktop propagieren, bootfähige CD's bereit stehen und nicht nur Experten Linux und Linux-Software ausprobieren (das ist auch gut so), stellt Marcus Völkel zu recht die Frage nach der Usabi...
netmeier.de (24.02.2004 | 0:14)
Pingbacks
Kommentare
Hallo Marcus,
vielen Dank für die guten Links zum Thema Linux und Usability.
Bisher hat mich "nur" die Usability von Webseiten interessiert, doch durch ein aktuelles Projekt (Einführung einer Seminarverwaltungs-Software) ist mir erst aufgefallen, wie viele Usability-Sünden z.B. in WIN XP stecken. Wow!
Nun werde ich in den nächsten Tagen auf einem alten Rechner Suse Linux installieren und mich in diese Welt einarbeiten. Dafür kommen mir deine empfohlenen Artikel gerade recht.
Bin schon gespannt. Fremd gehen zu Linux werde ich allerdings nicht wegen Defiziten bzgl. der Benutzbarkeit von Windows, sondern wegen den vielen Sicherheitslücken (Update hier und da, Outlook etc.).
Ciao
Nils
da fallen mir grad ein paar Kommentare meiner selbst wieder ein, der die Situation vielleicht treffender beschreibt, als der von Marcus Völkel angesprochene Artikel es versucht:
"Linux ist von Programmierern für Programmierer"
"GNU/Debian ist was für Cryptomaniacs"
"Linux ist ein Paradies für Programmierer und Netwerkadministratoren, aber die Hölle für den Rest der Menschheit - warum wohl? Zugeschnitten auf erstgenannte Personen, die mit Parametern, Hotkeys und kryptischen Programmverknüpfungen und -schleifen um sich werfen wie andere Leute beim Karneval mit Süssigkeiten und Konfetti"
*fg*
cu, w0lf.
ps: andererseits wurde dieser Kommentar unter Knoppix 3.4 / KDE 3.1.5 geschrieben, also kanns vielleicht doch nicht so schlecht um Linux' Usability stehn ;)
Henning, danke für den Link! Gelesen, ausgedruckt und abgeheftet.
Wichtig! Aber jetzt zum Unwichtigen: Woher stammt die Grafik (aquatux.jpg) und darf man diese verwenden?
Thomas, die Mail-Adresse steht im Alt-Text der Grafik:
... alt="AquaTux by fishroot at gmx dot net"...
Das komplette Theme erhältst du auf freshmeat.
Ist der Theme für 'n Mac oder gibt's da auch was für KDE?
»[...] The very best Linux interfaces pale besides the glory that is Aqua, the MacOS X user interface. MacOS X, of course, is the leading Unix desktop operating system of all time. [...] When it comes to security, the open source BSDs, especially OpenBSD, are the best in the business. When it comes to the desktop, MacOS X is the créme de le créme.«
Linux Magazine, Open Source OS
(via Volker Weber)
Okay, danke.
(Schade eigentlich)
Moritz, das Zitat hat nichts mit deiner Frage zu tun. Ob das Theme für Linux ist (ziemlich sicher ist es das), findest du wahrscheinlich am besten selbst heraus ;)
Naja, "für Linux" ist es sicherlich nicht. Wohl eher für eine Desktopumgebung unter Linux. Aber was soll man bitte auch anderes von einem *Mac*-User erwarten ...
Moritz
© M. Völkel 2003-2008, some rights reserved | PGP-Key | Impressum
XHTML 1.0 Strict, Valid CSS.

