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Archiv: November 2004


28.11.2004

GnuPG unter Mac OS X, Teil III

GPG-Verschlüsselung und Entschlüsselung in Apple Mail und Entourage

Inhalt Teil III

Vorbemerkung

In Teil 1 und Teil 2 haben wir GnuPG erfolgreich auf unserem Mac installiert, unser eigenes Schlüsselpaar erzeugt und einen fremden öffentlichen Schlüssel mit GPGKeys importiert. In diesem Teil setzen wir GPG in den beiden E-Mail-Clients Apple Mail und Microsoft Entourage aus dem Office-2004-Paket ein, um letztendlich unsere E-Mails verschlüsseln, signieren und entschlüsseln zu können. Dazu installieren wir sogenannte Schnittstellen-Plugins, damit GnuPG mit den Mail-Programmen funktioniert.

Wenn Sie Fragen haben, nutzen Sie einfach die Kommentarfunktion am Ende des Beitrags. Ebenso, wenn Sie Fragen beantworten können ;)

Wenn Sie GnuPG in Verbindung mit Ihrem Mail-Client nutzen wollen, aber niemanden zum Testen haben: Schicken Sie mir einfach eine verschlüsselte Mail an mv at web-blog dot net (PGP-Key). Auch wenn es ein wenig dauert (I am no support robot): Sie erhalten in jedem Fall eine verschlüsselte Antwort zum Entschlüsseln von mir, wenn es geklappt hat. Versprochen.

Voraussetzungen

Apple Mail (mail.app) oder Microsoft Entourage, ein funktionierendes E-Mail-Konto, Teil 1 und Teil 2 dieser GPG-Serie.

Zu Entourage: Ich habe das GPG-Paket inklusive dem hier vorgestellten Plugin nur unter Entourage 2004 getestet. Es sollte allerdings auch unter Entourage X ebenso erfolgreich zu installieren sein. (Entourage X ist allerdings nicht wirklich ein empfehlenswerter Mail-Client.)

Ein dritter beliebter Mail-Client auf dem Mac ist Thunderbird (Mozilla). Um GPG auf Thunderbird zu nutzen, lesen Sie die Anleitung von Christoph Becker. Sie wurde zwar für Windows-Nutzer verfasst; die plattformübergreifenden Anleitungen insbesondere der beiden Teile Enigmail/Enigmime Erweiterung und E-Mails senden und empfangen (ver-/entschlüsseln) lassen sich aber selbstverständlich genauso für den Mac interpretieren.

Weiterlesen: GnuPG unter Mac OS X, Teil III.

Marcus Völkel | 28.11.04 | Apple Mac | Trackbacks: 0 |

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22.11.2004

Firefox für alle

Mehr als ein Plädoyer für Firefox

Ralph Segert veröffentlicht ein Firefox-Tutorial: Mit Firefox per Du – 11 Kapitel einer Browser-Freundschaft:

Ich habe [...] mit diesem Hypertext-Dokument hohe Ansprüche an Usability und Verständlichkeit gestellt. Es ist in sich geschlossen und gliedert sich in 11 Kapiteln, die aufeinander aufbauen. Die Themen reichen von einfachen Konfigurations-Einstellungen bis hin zu effizienterem Umgang mit dem Browser unter Berücksichtigung von Sicherheitsaspekten.

Gemeinsam mit Alp Uckans Firefox-Installationsanleitung handelt es sich damit wohl um die ultimative Firefox-Gebrauchsanweisung. Danach braucht einen IE wohl wirklich nur noch, wer Websites testet oder durch äußere Umstände und höhere Gewalt dazu gezwungen wird ;)

Update: Das Tutorial ist mittlerweile unter eigenem URL zu finden: http://firefox-anleitung.net/.

Marcus Völkel | 22.11.04 | Netzwelt | Trackbacks: 0 |

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20.11.2004

GnuPG unter Mac OS X, Teil II

GPG-Schlüssel-Verwaltung und -Nutzung

Inhalt Teil II

Vorbemerkung

Wie sichere ich meine Schlüssel? Wie kann ich meinen Secret Key exportieren? Was mache ich, wenn ich unter mehreren Mail-Adressen kommuniziere? Und wie verschlüssele ich E-Mails? Im Alltag mit GnuPG treten eine Menge Fragen auf. Die wichtigsten möchte dieses Tutorial nicht weiter offen lassen.

In Teil 1 des Tutorials haben wir uns GnuPG für Mac OS X heruntergeladen, installiert und ein Schlüsselpaar mit einem geheimen und einem öffentlichen Schlüssel erzeugt (Secret Key und Public Key). In diesem Teil installieren wir die grafische Oberfläche (GUI) GPGKeys, exportieren unseren Public Key und importieren einen fremden Schlüssel. Anschließend authentifizieren wir diesen Schlüssel.

Weiterlesen: GnuPG unter Mac OS X, Teil II.

Marcus Völkel | 20.11.04 | Apple Mac | Trackbacks: 0 |

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17.11.2004

Hubble, Bubble, Toil & Trouble!*

Leben in der Matrix

Markus Becker in Spiegel Online über die Idee, wir könnten künstliche Wesen in einer gigantischen Computersimulation sein:

Vielleicht sollten sich die Menschen auch gar nicht so viele Gedanken darüber machen, ob sie nun in einer Simulation leben oder nicht. [...] Astrophysiker Davies glaubt, solche Ratschläge solle sich die Menschheit zu Herzen nehmen. Denn zu viel des Nachbohrens führe womöglich zu einem bösen Ende. »Jetzt, da die Programmierer wissen, dass wir ihnen auf der Spur sind, ist das Spiel aus«, argwöhnt der Forscher. »Sie könnten ihr Interesse verlieren und die Delete-Taste drücken.«

Ich persönlich glaube ja, dass Douglas Adams in Das Restaurant am Ende des Universums der Wahrheit mal wieder viel näher lag:

»Es gibt eine Theorie, die besagt, wenn jemals irgendwer genau herausfindet, wozu das Universum da ist und warum es da ist, dann verschwindet es auf der Stelle und wird durch etwas noch Bizarreres und Unbegreiflicheres ersetzt.

Es gibt eine andere Theorie, nach der das schon passiert ist.«

Verwirrend ist nur, dass ich mir nicht sicher bin, ob das nun motivierend oder demotivierend ist...

*) in Anlehnung an Shakespeares Macbeth, 4. Akt, 1. Szene.

Marcus Völkel | 17.11.04 | Diverses | Trackbacks: 0 |

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15.11.2004

GnuPG unter Mac OS X, Teil I

GPG-Installation in Panther in vier Schritten

Inhalt Teil I

Sie kennen Hintergründe, Argumente und aktuelle Diskussionen über PGP und GnuPG. Nun möchten Sie schnell und einfach GnuPG auf Ihrem Mac installieren und Ihre Kommunikation (Texte, E-Mails, Instant Messaging) GPG-verschlüsseln. Sie sind ein ganz normaler Mac-User, der es gewohnt ist, dass Installationen »ganz einfach« sind und »ganz schnell« von der Hand gehen. Eventuell haben Sie mir schon eine Mail geschrieben, weil Sie nicht weiterkommen oder etwas nicht geklappt hat.

Für Sie habe ich die folgende Anleitung geschrieben. Wenn Sie sie Schritt für Schritt befolgen, sollte einer wirklich einfachen und wirklich schnellen GnuPG-Installation nichts mehr im Wege stehen. Sollten Sie darüber hinaus dennoch Fragen haben, nutzen Sie bitte die Kommentarfunktion am Ende des Artikels.

Voraussetzungen

Mac OS X
Hier wurde GnuPG erfolgreich installiert unter OS X Panther 10.3.4, 10.3.5, 10.3.6 und 10.3.7. Wir gehen also im folgenden davon aus, dass Sie Panther installiert haben. (Wenn Sie nicht wissen, welche Version Sie installiert haben: Klicken Sie im Apfelmenü links oben in der Menüleiste auf »Über diesen Mac«. Dort steht »Mac OS X Version ...«.)

Administratorrechte
Wenn Sie nicht wissen, ob Sie über Administratorrechte verfügen: Klicken Sie im Apfelmenü auf »Systemeinstellungen« und dort auf »Benutzer«. Wenn in der linken »Mein Account«-Spalte unter Ihrem Benutzernamen ein »Admin« steht, haben Sie Administratorrechte. Ohne diese Rechte können Sie GnuPG nicht installieren!


Schritt 1: Download von GnuPG

  1. Öffnen Sie die Website Mac GNU Privacy Guard. Hier finden wir alle Dateien, die wir benötigen, um GnuPG erfolgreich auf dem Mac zu installieren.

  2. Von dieser Website laden wir zunächst den GNU Privacy Guard 1.2.4 für Mac OS X Panther auf unseren Desktop herunter. (Wenn Sie eine andere OS-X-Version nutzen, laden Sie die entsprechende Datei.) Es handelt sich dabei um eine derzeit 4,1 MB große Diskimage-Datei (.dmg).

    Nachdem wir auf den Download-Link klicken, werden wir auf den Sourceforge-Download-Server weitergeleitet. Dort stehen Server zur Auswahl, von denen wir die gewünschten Dateien herunterladen können: Wir wählen aus der Liste den Server in Duesseldorf, Germany aus und klicken auf das entsprechende Icon unter Download (im folgenden Screenshot rot eingekreist).

Download-Server
Nachdem wir auf das Download-Icon geklickt haben, beginnt der Download innerhalb weniger Sekunden.

Schritt 2: Download überprüfen

  1. Wir öffnen nun das Terminal (liegt in Programme > Dienstprogramme). Es begrüßt uns mit Rechnername:~ Username$.

  2. Wir möchten nun sicherstellen, dass wir die richtige Datei heruntergeladen haben und dass der Download funktioniert hat. Dazu prüfen wir die Integrität des Archivs über die Prüfsumme. Diese ist laut der MacGPG-Website MD5: 8e375808a81573d69a4726353d2c643b.

    Dazu wechseln wir im Terminal als erstes auf unseren Desktop, wo das heruntergeladene Diskimage GnuPG1.2.4.dmg liegt...

    cd Desktop

    ... und bestätigen mit der Return-Taste. Nun steht im Terminal Rechnername:~/Desktop Username$. Als zweites tippen wir...

    md5 GnuPG1.2.4.dmg

    ... und bestätigen erneut mit der Return-Taste. Nun wird die MD5-Prüfsumme errechnet und kurze Zeit darauf angezeigt:

    Rechnername:~/Desktop Username$ md5 GnuPG1.2.4.dmg
    MD5 (GnuPG1.2.4.dmg) = 8e375808a81573d69a4726353d2c643b
    
  3. Wir vergleichen diese Summe mit der Summe auf der MacGPG-Website. Stimmen sie überein, können wir sicher sein, dass wir die richtige Datei heruntergeladen haben. Wenn nicht, laden wir die Datei erneut oder von einem anderen Server herunter und wiederholen das Prozedere.

Schritt 3: GnuPG installieren

GNU-Lizenz

  1. Mit einem Doppelklick auf GnuPG1.2.4.dmg öffnen wir das Diskimage von unserem Desktop, worauf sich als erstes die GNU General Public License öffnet. Sofern nicht schon voreingestellt, wählen wir aus der Aufklappliste die Sprache »Deutsch« und klicken anschließend auf »Akzeptieren«.

  2. Nun ist das Diskimage gemounted. Ein Doppelklick auf »GnuPG for Mac OS X 1.2.4.mpkg« startet die Installation. Wir klicken dreimal auf »Fortfahren« und achten vor dem dritten Klick, dass wir beim »Softwarelizenzvertrag« immer noch »Deutsch« ausgewählt haben. Anschließend akzeptieren wir mit einem Klick ebendiesen Vertrag unter der GPL-Open-Source-Lizenz. Der letzte Klick auf den Button »Installieren« tut endlich genau dies.

Schritt 4: GnuPG-Schlüssel generieren

  1. Öffnen Sie wieder das Terminal. Tippen Sie rehash und bestätigen Sie mit der Return-Taste. (Wenn Sie die bash-Shell installiert haben, ist dieser Schritt nicht notwendig. C-Shells benötigen diesen Schritt zur Aktualisierung.)

  2. Wir möchten nun ein GnuPG-Schlüsselpaar für Sie generieren, das aus einem geheimen und einem öffentlichen Schlüssel besteht.

    Öffnen Sie wieder Terminal. Tippen Sie gpg und drücken Sie die Return-Taste. Nun wird das gnupg-Verzeichnis erzeugt, in dem GnuPG alle relevanten Dateien ablegen kann. Wenn Sie die Meldung gpg: Go ahead and type your message ... lesen, geben Sie die Tastaturkombination »Apfel Punkt« ein und drücken Sie Return: [Apfel] [.] Sie können nun das Terminal-Fenster schließen oder mit »Apfel n« ein neues Fenster öffnen.

  3. Wir erzeugen nun mit GnuPG unser Schlüsselpaar: Tippen Sie
    gpg --gen-key und drücken Sie Return.

    GnuPG fragt uns, welchen Schlüsseltyp wir erzeugen wollen. Wir entscheiden uns für die voreingestellte Empfehlung und geben auf die Frage »Your selection?« die 1 für DSA- und ElGamal-Verschlüsselung ein.

    Please select what kind of key you want:
       (1) DSA and ElGamal (default)
       (2) DSA (sign only)
       (4) RSA (sign only)
    Your selection?
  4. Wir entscheiden uns anschließend für die höchste empfohlene Schlüssellänge und geben dementsprechend 2048 ein:

    DSA keypair will have 1024 bits.
    About to generate a new ELG-E keypair.
                  minimum keysize is  768 bits
                  default keysize is 1024 bits
        highest suggested keysize is 2048 bits
    What keysize do you want? (1024)
  5. Wie lange soll der Schlüssel gültig sein? Wir entscheiden uns für eine unbegrenzte Gültigkeit und geben eine Null 0 ein.

    Please specify how long the key should be valid.
             0 = key does not expire
          <n>  = key expires in n days
          <n>w = key expires in n weeks
          <n>m = key expires in n months
          <n>y = key expires in n years
    Key is valid for? (0)
  6. Dies bestätigen wir mit yes: y.

    Key does not expire at all
    Is this correct (y/n)?
  7. Nun werden wir nach einer Benutzer-ID gefragt. Geben Sie hier in normaler Schreibweise Ihren Vor- und Nachnamen, ggf. Ihren Spitz- bzw. Nicknamen an: Vorname Nachname. Anschließend werden Sie nach Ihrer E-Mail-Adresse gefragt und einem optionalen Kommentar (den Sie einfach mit Return übergehen können).

    You need a User-ID to identify your key; the software 
    constructs the user id from Real Name, 
    Comment and Email Address in this form:
        "Heinrich Heine (Der Dichter) <heinrichh@duesseldorf.de>"
    
    Real name:
  8. Wenn Ihre Angaben korrekt sind, bestätigen Sie sie mit O wie Okay.

    You selected this USER-ID:
        "Vorname Nachname <vorname@example.com>"
    
    Change (N)ame, (C)omment, (E)mail or (O)kay/(Q)uit?
  9. Nun werden Sie gebeten, eine Passphrase einzugeben (auch als Mantra bekannt). Die Eingabe erfolgt »unsichtbar«, Sie können also nicht sehen, was Sie schreiben. Wenn Sie Return gedrückt haben, müssen Sie Ihre Passphrase zur Bestätigung ein zweites Mal eingeben.

    Wählen Sie ein möglichst langes und damit sicheres Mantra, das Gemischtschreibung, Zahlen und Sonderzeichen enthält, z.B. Ich wähle 1 langes & sicheres Mantra für meinen geheimen GnuPG-Schlüssel (nein nein nein, nicht dieses Mantra benutzen).

    You need a Passphrase to protect your secret key.

  10. GnuPG verschlüsselt nun Ihren geheimen Schlüssel gemeinsam mit Ihrem Mantra. Während dies geschieht, sollten Sie ein wenig nützliche Prozessortätigkeit erzeugen, indem Sie Ihre Maus benutzen, eine Suche starten, Programme oder ähnliches:

    We need to generate a lot of random bytes. It is a good 
    idea to perform some other action (type on the 
    keyboard, move the mouse, utilize the disks) 
    during the prime generation; this gives the random 
    number generator a better chance to gain enough entropy.
  11. Fertig! Sie haben nun mit GnuPG einen öffentlichen und einen privaten Schlüssel erzeugt und signiert:

    gpg: /Users/username/.gnupg/trustdb.gpg: trustdb created
    public and secret key created and signed.
    key marked as ultimately trusted.
    
    pub  1024D/BC12345E 2004-10-15 Vorname Nachname <vorname@example.com>
         Key fingerprint = 12AB 3C4D EFGH 5678 ABCD  0DCF 901F 439E BC87 116E
    sub  2048g/1234A567 2004-10-15

In Kürze hier online:

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Marcus Völkel | 15.11.04 | Apple Mac | Trackbacks: 1 |

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10.11.2004

Konferenzblogger

Live von den Contentmanager.days 2004

Beate Paland ist wieder unter die Konferenzblogger gegangen. Diesmal hat sie Ansgar Hein vom Barrierekompass an ihrer Seite. Die beiden berichten live von den Leipziger Contentmanager.days 2004. Die Konferenz findet mit einer Menge spannender Vorträge und Themen-Workshops noch bis zum 12.11. im The Westin Hotel statt.

Contentmanager.days 2004, Kongressweblog | RSS-Feed.

Marcus Völkel | 10.11.04 | Netzwelt | Trackbacks: 0 |

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06.11.2004

Verschlüsseln Verbrecher nachts E-Mails?

Abhören leicht gemacht

Teil 1: Vorbemerkung
Teil 2: Praxis: SSL, PGP und GnuPG einsetzen
Teil 3: Verschlüsseltes GnuPG mit Jabber und Psi (Mac OS X)

Vorbemerkung

Heise Online, 10.9.2004: Abhören für jeden Geschmack.

Mit einer Zunahme der Überwachung von E-Mails durch staatliche Stellen ist voraussichtlich ab 2005 zu rechnen. Dann werden, sagte Karl-Heinz Helf von der Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation (RegTP), die Vorschriften zur E-Mail-Überwachung entsprechend der für den Herbst angekündigten Version 4.1 der Technischen Richtlinie Telekommunikationsüberwachung (TRTKÜ) greifen.

S.a. Heise Online vom 5.11.2004, via Alp Uckan: Verpflichtung zur E-Mail-Überwachung trifft die Providerbranche hart. Oder Telepolis, Fingerlecken für die Stasi:

Dabei seien vor dem Beschluss der Gesetze keine Studien über die Effektivität und die Verhältnismäßigkeit der Überwachungsregelungen durchgeführt worden. Der Bundesregierung legte Pernice daher ans Herz, die Gesetzesgrundlagen fürs Abhören gründlich zu überprüfen und gegebenenfalls zu novellieren. Würde die TKÜV in ihrer jetzigen Form erlassen, werde dem Wirtschaftsstandort Deutschland »schwerer Schaden zugefügt«.

Und weiter: Verschlüsseln Verbrecher nachts noch E-Mail?

Die Aufwendungen für die Installation der Abhörschnittstellen sieht auch Graf gerechtfertigt, da von den Möglichkeiten der Verschlüsselung selbst in Reihen der Organisierten Kriminalität bisher so gut wie nicht Gebrauch gemacht werde. Die Erfahrungen hätten gezeigt, dass eine durchgehende »Sicherung« der Telekommunikation gegen Überwachungsmaßnahmen nicht stattfinde. Einzelne Kriminelle würden vielleicht »nachmittags um Drei verschlüsseln«, aber nicht mehr nachts um Elf, wenn sie müde seien.

Ist man also kriminell, wenn man E-Mails, Chats, Konferenzen oder Dokumente verschlüsselt? Ist man ein Verbrecher, wenn man etwas geheimzuhalten, etwas zu verbergen hat? Wer nichts zu verbergen hat, hat nichts zu befürchten?

Kommt mir das nicht alles bekannt vor? Sollten wir etwa nicht gegen diesen Mielke-Stasi-Väterlichkeits-Duktus vorgehen? Und wenn wir nur unsere Kommunikation geheimhalten, weil wir nämlich sehr wohl etwas zu verbergen haben: unsere Privatsphäre. Unsere Geschäftsgeheimnisse. Unsere Daten.

Was also tun?

Weiterlesen: Verschlüsseln Verbrecher nachts E-Mails?.

Marcus Völkel | 06.11.04 | Netzwelt | Trackbacks: 3 |

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CCC unterstützen

Gegen Zensur, für Informations- und Kommunikationsfreiheit

Internet-Zensur? Kommunikationsfreiheit? Internet-Sperrungen? Just a quote:

Der Chaos Computer Club ist eine globale Gemeinschaft, die sich grenzüberschreitend für Informations- sowie Kommunikationsfreiheit ohne Zensur von Staat und Industrie einsetzt, sich mit den Auswirkungen von Technologien auf die Gesellschaft sowie das einzelne Lebewesen beschäftigt. Das Wissen um diese Entwicklung wird vielfältig gefördert [...].

Seit 1986 existiert der CCC als e.V., um infolge von Gesetzesänderungen nicht als terroristische Vereinigung zu gelten. [...]

aus: Kurzfassung CCC

So kann man die Arbeit des CCC unterstützen. Vom 27. bis 29.12. findet übrigens im Berliner Congress Center am Alex der 21. Chaos Communication Congress 21C3 statt.

Auch der FoeBuD e.V. (Verein zur Förderung des öffentlichen bewegten und unbewegten Datenverkehrs) setzt sich für ähnliche Ziele ein. Bekannt wurde der FoeBuD u.a. durch den Big-Brother-Award, die monatliche Veranstaltung Public Domain oder das PGP-Handbuch. (Und ja, der FoeBuD sitzt in Bielefeld...) So kann man die Arbeit des FoeBuD unterstützen.

Ebenso hervorzuheben ist die Initiative rund um STOP1984, das sich zum Ziel gesetzt hat, ein Bewusstsein für den Wert der eigenen Privatsphäre und Daten zu wecken und zu schärfen.

Marcus Völkel | 06.11.04 | Diverses | Trackbacks: 0 |

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Diekmanns neue Binsenweisheiten

Just some Quotes: Qualität kommt von quälen.

Das Motto des BILDblog:

Was heute in der »Bild«-Zeitung steht, steht morgen überall. Vielleicht sollte man sich also mal genauer anschauen, was sie schreibt. Die kleinen Merkwürdigkeiten und das große Schlimme.

Matthias Müller von Blumencron, Chefredakteur von Spiegel Online, im Interview mit Thomas Mrazek auf onlinejournalismus.de über Weblogs:

Aber heutzutage muss eben alles Blog heißen. Dazu kommt, dass 99 Prozent der Blogs einfach nur Müll oder zumindest journalistisch einfach nicht relevant sind. Es handelt sich um eine interessante Entwicklung, die aber den Journalismus nicht grundsätzlich verändern wird.

Nicole Simon in Markus Breuers notizen kommentiert:

Selbstverständlich wird es das. Es wird ihn mindestens dahin verändern, daß Journalisten wieder sauberer arbeiten müssen und besser recherchieren müssen, denn sonst bekommen sie es postwendend um die Ohren gehauen.

Kai Diekmann, Chefredakteur der BILD-Wir-schreiben-was-alle-schreiben-Zeitung, in einem offenen Brief an seine Mitarbeiter:

Gerade weil wir journalistischer Schrittmacher und Marktführer sind, werden wir sehr genau und kritisch beobachtet. Und deshalb müssen wir uns selbst und unsere Performance jeden Tag kritisch überprüfen. [...] Wer sich bei heiklen Themen auf andere verläßt und keine eigenen Recherchen anstellt, paßt nicht zu uns. Übergeigte Überschriften, die vom Text nicht gehalten werden, haben in BILD nichts zu suchen. Texte, die man nicht versteht, Bildunterschriften, die lieblos hingerotzt werden, machen unsere Zeitung kaputt. Wer bei anderen abschreibt und dabei nicht mal in der Lage ist, Namen oder Fakten richtig abzuschreiben, gehört nicht zu BILD!

Was ich Ihnen hier beispielhaft sage, sind eigentlich selbstverständliche Standards. [...] Deshalb gilt bei der Beachtung unserer journalistischen Standards künftig: Null Toleranz! Qualität kommt von quälen. Und das erwarte ich von uns. Jeden Tag, immer wieder.

Übrigens: Seit Kai Diekmann BILD-Chef ist, ist die abverkaufte Auflage um eine knappe halbe Million gesunken.

Marcus Völkel | 06.11.04 | Netzwelt | Trackbacks: 0 |

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05.11.2004

Branchenreport Usability Professionals

Vollständiger Ergebnisbericht des German Chapter UPA online

Schon im Januar veröffentlichte der Berufsverband der deutschen Usability Professionals (das German Chapter der UPA, kurz gcUPA) die Kurzergebnisse einer Befragung zum Usability-Branchenreport. Über 100 Teilnehmer waren wenige Monate zuvor über ihre Verhältnisse im Usability-Business befragt worden, insbesondere hinsichtlich ihrer beruflichen Hintergründe, Gehälter und Tätigkeiten.

Nun weist Andreas Beu im aktuellen gcUPA-Newsletter 4-04 darauf hin, dass die vollständigen Ergebnisse zum Download bereit stehen: Usability Report Deutschland – Branchenreport und Honorarspiegel 2003 (Direktlink zur PDF-Datei, 720 kb; Link zum Branchenreport Kurzergebnisse, PDF, 64 kb; Zusatzinformationen zum Branchenreport und Honorarspiegel). Die Befragung soll zukünftig regelmäßig durchgeführt werden.

Marcus Völkel | 05.11.04 | Usability | Trackbacks: 0 |

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