Archiv: März 2004
15.03.2004
Defensive Design
37signals veröffentlicht Buch über »Good Customer Experience Design«
»Defensive Design for the Web: How To Improve Error Messages, Help, Forms, and Other Crisis Points.« So lautet das soeben veröffentlichte Buch der Design-Agentur 37signals aus Chicago (Microsoft, Qwest, Monster.com u.a.). Der Customer-Experience-Experte Mark Hurst (Good-Experience-Herausgeber und Creative Good-Gründer) schreibt zum Buch: »Defensive Design for the Web shows you how to create a good customer experience even when things go wrong. If you work in user experience or usability, you have to learn what's in this book.« Und Steve Krug (Autor von Don't Make Me Think) sagt: »The folks at 37signals have created an invaluable resource: tons of 'best practice' examples for ensuring that Web users can recover gracefully when things – as they inevitably will – go 'worng.'«
Endlich mal wieder ein Buch, auf das ich mich richtig freue. Mit höchster Erwartungshaltung umgehend bestellt.
14.03.2004
Rechnungs-Spam
Abzocken mit Handelsregister-Eintragungen
Eine GmbH im Berliner Handelsregister eintragen zu lassen, dauert zumindest momentan nur wenige Tage. Die Rechnung über die Gerichtskosten lässt seltsamerweise länger auf sich warten.
Ganz im Gegensatz zu windigen und unseriösen Adressbuchverlagen und anderen sogenannten Unternehmen, die ein Geschäft mit Handelsregister-Eintragungen zu wittern scheinen. Seit der Veröffentlichung unserer GmbH im Bundesanzeiger häuft sich der Rechnungs-Spam in unserem Briefkasten. Letzte Woche schoss einer den Vogel ab, indem er der Rechnung eine IHK-Broschüre und die Kopie unseres HR-Eintragstextes beilegte. Ein anderer legte einen Überweisungsauftrag über 415 Euro bei und druckte ganz unten ganz klein: Nach Zahlung erhalte man eine Urkunde über den HR-Eintrag.
Meet mich nächste week
Oder: Die Sprache seines Nächsten sprechen
Berlin, Schönhauser Allee, Balzac Coffee, direkt neben mir:
Sie: »Wann kann ich Sie wieder mieten?«
Er: »Entschuldigung: mich mieten?«
Sie: »Nein, meeten – treffen, zusammen setzen, bei einem Drink über die Story reden.«
Er (ironisch): »Ach so – damit wir uns besser committen können, right?«
Sie (regungslos): »Genau. Ich kann Ihnen next week zwei Termine anbieten. Was halten Sie von...«
Ob die miteinander ins Geschäft kommen? Selbst auf der CeBIT redet man seit Jahren nicht mehr so. Nach Berlin-Mitte scheint jetzt auch der Prenzlberg immer stilloser zu werden. Dass sie »Termine« statt »Dates« gesagt hat, finde ich ja noch immer unfassbar.
13.03.2004
OLG München: Best Practice
Impressumspflicht/Anbieterkennzeichnung unübersehbar
Silke Schümann misst in einem schönen Beitrag das OLG München mit eigenem Maß. Und stellt dabei fest, dass das Navigationsmenü (in Form von Sascha Normanns Freeware-Javascript »JS-Tree«) bei ausgeschaltetem Javascript verschwindet. Und somit auch der Link zum Impressum. Zehn Bildschirmseiten schließlich musste Silke scrollen, um an die Anbieterkennzeichnung zu gelangen.
Auf den darin implizierten Vorwurf hat man offenbar reagiert. Man ist sich wohl darüber bewusst, dass man innerhalb kürzester Zeit zwei gegensätzliche Urteile verkündet hat, was die Bereitstellung des Web-Impressums betrifft (zwei Klicks sind okay vs. Link muss einfach erreichbar sein). Dementsprechend gibt es nun auch zwei Versionen der Website im Netz.

Damit das Impressum jetzt auch jeder findet...
Die eine ist zu finden, indem man sie mit Safari besucht: Dort sieht man nur noch den Kopfframe mit dem Titel »Oberlandesgericht München« über einer völlig leeren, weißen Seite. Die andere präsentiert nun, jegliche Design-/Gestalt-/Wahrnehmungs- und anderen ästhetischen Gesetze sprengend, dick und fett und unübersehbar den Direktlink zum Impressum. Das ham's aber fein gemacht, liebes Münchner Oberlandesgericht. Hätte mich ja jetzt aufrichtig gefreut, wenn der Link noch singen, tanzen, springen würde. Mit FrontPage 4.0 geht auch das ganz leicht.
PS: Man erkennt ja Ihre positive Absicht, liebes OLG: Sie möchten sicherstellen, dass alle Benutzer den Link finden können. Ja, das geht! Aber so?
PPS: Bevor jetzt alle die Links zu ihrem Impressum ändern, empfehle ich zunächst einen kritisch prüfenden Blick mit dem neuen Juristen-Monitor. Die Absatzchancen werden von den üblichen Analysten als sehr hoch eingeschätzt.
12.03.2004
Geheimnis gelüftet
1 US-Dollar Jahresgehalt für Steve Jobs
Jetzt ist es raus. Keine Spekulationen mehr. Endlich, endlich wissen wir, warum Apple-CEO Steve Jobs seit Jahr und Tag und von Keynote zu Keynote in immer derselben Jeans und Rollkragenpulli auftritt.
11.03.2004
A common mistake
Just a quote.
»A common mistake that people make when trying to design something completely foolproof is to underestimate the ingenuity of complete fools.«
(Douglas Adams)
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